Smarte Helfer am Gleis.

Wie die SBB ihren Kund*innen mit smarten Plakaten Informationen in Echtzeit anbietet.

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Gegründet

1902

Mitarbeitende: 32.535 (2019)
Umsatz: 463 Mio. CHF Konzernergebnis
Bern, Schweiz
www.sbb.ch/de
 

One Inside
Liestal, Schweiz
one-inside.com/de

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Interaktive Displays mit einem zentralen System steuern

Produkte:

Adobe Experience Manager  ›
Adobe Experience Manager Screens  ›

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Ziele

Gerade kleinere Bahnhöfe haben oft wenig Personal. Hier ohne Smartphone an aktuelle Informationen zu gelangen, ist nicht immer einfach.

Historisch gewachsen – so lautet der Euphemismus für die Parallelexistenz vieler verschiedener IT-Anwendungen. Für die alltägliche Arbeit bedeutet eine uneinheitliche Produktlandschaft jedoch eine echte Herausforderung.

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Ergebnisse

Mit Smart Information Displays (SID) will die SBB nicht nur Papierplakate überflüssig machen, sondern ihren Kund*innen auch interaktive Informationen in Echtzeit anbieten. Möglich macht das eine Lösung, die auf AEM Screens basiert. Die Lösung erlaubt es, die SIDs zentral zu steuern und Kund*innen genau die Informationen zur Verfügung zu stellen, die sie benötigen.

Adobe Experience Manager gibt der SBB ein leistungsstarkes Tool an die Hand, dessen flexible API die zentrale Steuerung verschiedener Bildschirme und Anzeigetafeln über ein zentrales System ermöglicht.

Ein smarter Reisebegleiter

Eine Reise ist immer auch ein kleines Abenteuer. Ob wir unsere Liebsten besuchen, auf dem Weg sind, einen Business Deal erfolgreich unter Dach und Fach zu bringen, ob uns der Berg ruft oder wir einen Wochenendtrip unternehmen: Jede Reise ist so individuell wie die Person, die sie antritt. Als Mobilitätsanbieter Nummer eins in der Schweiz wissen das auch die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Täglich bringt das Unternehmen über 1,32 Millionen Reisende ans Ziel. Möglich machen das mehr als 32.500 leidenschaftliche Mitarbeiter*innen, die jede Reise zu einem Erlebnis machen und die Zukunft der Mobilität aktiv gestalten.

Kein Wunder also, dass der Webauftritt der SBB mit 36 Millionen Aufrufen monatlich zu den meistbesuchten Websites der Schweiz zählt. Mit einem Anteil mobiler Zugriffe von 50 Prozent ist die SBB offensichtlich ihrem Ziel, Reisende nicht nur vor und nach, sondern auch während ihrer Reise optimal zu betreuen, ein gutes Stück näher gekommen. Doch damit nicht genug: Um den bestehenden Service weiter auszubauen, steht nun das nächste Projekt ins Haus: Smart Information Displays (SID).

Alle Infos an einem Ort: Intelligente Plakate machens möglich

Die Smart Information Displays sollen zukünftig gedruckte Informationen an Bahnhöfen, beispielsweise das gelbe Abfahrtsplakat, Liniennetzpläne oder Hinweise auf Bahnersatz, ersetzen und an einem Ort zentral zugänglich machen. Dank der Touchscreen-Funktion lassen sich zudem zusätzliche Details rund um die Reise wie die Wagenformation des Zugs oder Einkaufsmöglichkeiten im Bahnhof in Erfahrung bringen. Das funktioniert über Widgets auf dem Homescreen, über die Nutzer*innen, vergleichbar einer App, weiterführende Informationen aufrufen können. Und in besonderen Situationen, etwa wenn eine Signalstörung den Zugverkehr beeinträchtigt, können Informationen in Echtzeit kommuniziert werden. Eine echte Erleichterung bedeuten die SID insbesondere für Personen mit Behinderungen und Mobilitätseinschränkungen: Über die SIDs können sie sich alle Informationen vorlesen lassen und Personen mit eingeschränkter Mobilität können dank dem Rollstuhlmodus die Höhe des angezeigten Contents anpassen.

Die dargestellten Inhalte, beispielsweise das gelbe Abfahrtsplakat, werden in Adobe Experience Manager verwaltet und über AEM Screens ausgeliefert. Die Technologie ermöglicht es, Inhalte zentral zu verwalten und gezielt auf die relevanten SIDs zu pushen. Die SBB setzt dafür auf ein selbst entwickeltes zentrales Dashboard. Hier sehen die Content Manager auf einen Blick, welche Plakate für welchen Bahnhof relevant sind. Ist ein Bahnhof grün markiert, sind alle Plakate aktuell, es besteht kein Handlungsbedarf. Ein grau hinterlegtes Feld bedeutet: Der Content ist für diesen Bahnhof nicht relevant. Außerdem gibt das System ein kurzes Heads-up, etwa wenn ein Fahrplanwechsel ansteht. Dann zeigt das Dashboard an, zu welchem Datum ein Plakat ausgewechselt werden muss. „Wir haben für das Management der Bahnhöfe eine übersichtliche Baumstruktur angelegt“, erzählt Simon Hofstetter, Projektleiter bei der SBB. „Dank der Flexibilität von AEM Screens haben wir die Möglichkeit, das Dashboard genau auf unsere Anforderungen anzupassen.“

Viele Systeme, eine zentrale Steuerung

Anzeigen an Gleisen, E-Boards oder digitale Informationstafeln – an ihren Bahnhöfen tritt die SBB über verschiedene Bildschirme mit ihren Fährgästen in Kontakt. Logistisch war das eine enorme Herausforderung, denn hinter verschiedenen Screen-Typen standen bisher oftmals eigenständige Content Management Systeme. Auch deshalb hat sich die SBB für das SID-Projekt professionelle Unterstützung geholt. Gemeinsam mit dem Adobe-Spezialisten und Implementierungspartner One Inside wollen Simon Hofstetter und sein Team für Ordnung hinter den Bildschirmen sorgen. „Die Parallelexistenz der verschiedenen Systeme ist historisch gewachsen und hatte seine Gründe“, erklärt Michael Grob, Senior Consultant bei One Inside. „Mit dem SID-Projekt haben wir jetzt den ersten Schritt gemacht, die verschiedenen Display-Typen einheitlich zu bedienen.“ „Mit Adobe Experience Manager haben wir eine Lösung gefunden, die Vielzahl der eingesetzten Screens zentral zu steuern“, ergänzt Simon Hofstetter. „Die flexible API ermöglicht es uns, alle angeschlossenen Displays zentral mit Informationen zu bespielen.“


„Mit Adobe Experience Manager haben wir eine Lösung gefunden, die Vielzahl der eingesetzten Screens zentral zu steuern. Die flexible API ermöglicht es uns, alle angeschlossenen Displays zentral mit Informationen zu bespielen.“

 
Simon Hofstetter

Projektleiter, SBB AG


Kommt es beispielsweise zu einer Gleisstörung oder einer Streckenunterbrechung, müssen die Mitarbeitenden des Traffic Control Center (TCC) lediglich in ihrem System die Betriebslage aktualisieren – die über die APIs angebundenen Displays ziehen automatisch nach. „Die auf den Bahnhöfen installierten E-Boards zeigen in der Regel Werbung von Drittanbietern. Im Störungsfall können wir die Boards jedoch aus AEM heraus übersteuern und Fahrgästen relevante Informationen anzeigen – und das innerhalb von 20 Sekunden nach Eingabe der Störungsmeldung im TCC“, erklärt Simon Hofstetter. Das hat sich auch innerhalb der SBB herumgesprochen. Inzwischen melden sich weitere Teams der SBB aktiv bei Simon Hofstetter und seinen Kollegen, um auch die von ihnen verwalteten Displays an AEM anschließen zu lassen.

Der Fahrplan steht

Kein Wunder also, dass das Team um Simon Hofstetter mit Hochdruck daran arbeitet, in die nächste Phase des Projekts zu starten. Seit September testet die SBB die neuen SIDs an den Testbahnhöfen Effretikon, Suhr und Düdingen. „Gerade an kleinen und mittleren Bahnhöfen ist das Informationsangebot bisher noch ausbaufähig, die SIDs bieten Reisenden deshalb einen echten Mehrwert“, erzählt Simon Hofstetter. „Zudem sind auf großen Bahnhöfen wie etwa in Zürich bereits viele Screens installiert, die Interaktionswahrscheinlichkeit ist damit deutlich geringer. Gerade in der Testphase sind wir jedoch darauf angewiesen, möglichst viele Daten und Feedback unserer Kund*innen zu gewinnen, um die SIDs weiter optimieren zu können.“ Aktuell findet eine Pilotphase mit rund 20 weiteren Bahnhöfen statt, die bis Anfang des nächsten Jahres mit SIDs ausgerüstet werden. Innerhalb von zwei Jahren, bis Anfang 2023, sollen schließlich 500 Bahnhöfe in allen Sprachgebieten der Schweiz mit etwa 1.000 SID-Geräten ausgerüstet sein.

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