Social-Media-Marketing – eine Strategie für 2022 und darüber hinaus.
Unternehmen setzten beim Marketing früher auf traditionelle Medien wie Radio, Fernsehen und Zeitschriften. Inzwischen haben sie jedoch viel mehr Möglichkeiten, um ihren Bekanntheitsgrad und ihre Umsätze zu steigern. Für Marken, die ihre Marketing-Budgets maximieren, Content erstellen und die Zielgruppeninteraktion steigern möchten, ist anwendergenerierter Content (User-Generated Content, UGC) eine geeignete Ressource.
In diesem Beitrag behandeln wir, warum UGC so wirkungsvoll ist, um ein Wir-Gefühl bei Benutzerinnen und Benutzern zu schaffen und ihr Vertrauen sowie ihre Loyalität zu gewinnen:
- Was man unter UGC versteht.
- Vorteile von UGC.
- Arten von UGC.
- Woher UGC kommt und wie man ihn findet.
- Best Practices für UGC.
- Gute Beispiele für UGC in der Praxis.
- UGC und Influencer-Marketing.
Was man unter UGC versteht.
Anwendergenerierter Content (User-Generated Content, UGC) ist markenbezogener Content, der von Kundinnen und Kunden sowie Markenfürsprecherinnen und -fürsprechern erstellt wird, nicht von Beschäftigten oder offiziellen Vertreterinnen oder Vertretern der Marke. UGC tritt in vielen verschiedenen Formen in Erscheinung – als Instagram-Post eines Fans über ein neues Produkt, als Unboxing-Video von Kundschaft auf TikTok oder als Stellungnahmen von Benutzerinnen und Benutzern auf einer Website.
Vorteile von anwendergeneriertem Content.
UGC ist wertvoll, weil er so wirkungsvoll ist. Laut The State of User-Generated Content halten 72 % der Verbraucherinnen und Verbraucher Stellungnahmen von Kundinnen und Kunden für glaubwürdiger als die Aussagen einer Marke über ihre eigenen Produkte. Die Präferenz der Zielgruppen für UGC bedeutet, dass er mehrere Vorteile für Unternehmen hat, die ihn nutzen.
Vertrauensbildung.
Viele Käuferinnen und Käufer haben kein Vertrauen in Werbetreibende, Marketing-Fachleute oder Marken. Das ist zum Teil auf die Zunahme von Social Media und die Demokratisierung von Content zurückzuführen. Anders als Marketing-Fachleute gelten Social-Media-Benutzerinnen und -Benutzer als authentisch und glaubwürdig, weil sie in den meisten Fällen kein persönliches Interesse am Unternehmenserfolg haben. UGC ist eine Art Mundpropaganda, nur eben in digitaler Form. Er schafft eine Verbindung und erzählt eine Geschichte durch persönliche Empfehlungen.
Markenbindung.
Auf der Website oder Social-Media-Seite einer Marke genannt zu werden, gibt Kundinnen oder Kunden das Gefühl, an der Geschichte des Unternehmens beteiligt zu sein, und vertieft ihre Interaktion. Laut The State of User-Generated Content posten 64 % der Verbraucherinnen und Verbraucher eher etwas über eine Marke, die Inhalte von ihrer Zielgruppe teilt. UGC gibt Kundschaft ein Wir-Gefühl, das Gefühl, ein natürlicher und wichtiger Teil des Social-Media-Ökosystems zu sein.
Authentizität.
Käuferinnen und Käufer erwarten von Marken Authentizität und Transparenz. Während traditionelle Marketing-Methoden manchmal als berechnend und wenig vertrauenswürdig wahrgenommen werden, gilt UGC als authentisch, weil er direkt von anderen Benutzerinnen und Benutzern stammt. UGC ist weniger durchdacht als eine Marketing-Kampagne, weshalb er entspannter und aufrichtiger wirkt.
Bessere Conversion Rates.
UGC verbessert die Conversion Rate auf Produktseiten und beim E-Mail-Marketing. Laut Power Reviews ist bei Mitgliedern der Zielgruppe, die mit UGC interagieren, die Conversion-Wahrscheinlichkeit um 100,6 % höher. „Social Proof“ ist ein effektives Werkzeug, um Geschäfte zum Abschluss zu bringen, und UGC ist eine einfache Methode, diesen zu präsentieren.
Einfache Skalierung.
Mit eurer Marke wächst auch die Menge an UGC, zu dem ihr Zugang habt. Somit könnt ihr zwischen verschiedenen Content-Arten (Video, Fotos, Stellungnahmen usw.) wählen und abwechseln, wie es gerade am besten zu euren Marketing-Anforderungen passt. Eine Plattform, die Content sucht und sammelt, ist eine einfache Lösung, die euch Zeit und Mühe spart.
Höherer ROI.
UGC kostet weniger als die meisten anderen Marketing-Medien. Wenn ihr eure Kundschaft um Content bittet, wird sie ihn mit Vergnügen erstellen, um sich als Teil einer Community zu fühlen und mit einer Marke zu interagieren, die sie mag. Mit UGC genießen Marken die Vorteile hervorragender Inhalte, ohne viel Zeit und Geld in die interne Content-Erstellung investieren zu müssen.
Arten von UGC.
UGC bezieht eure Marke mal mehr, mal weniger stark ein. Doch unterschiedliche Arten von UGC sind ein wichtiges Element der Markenbildung und des Bekanntheitsgrads. Im Rahmen einer sinnvollen Strategie sollten verschiedene UGC-Arten genutzt werden.
Visueller Content.
Visueller Content umfasst Bilder, Videos und Livestreams. Es handelt sich um die häufigste Art von anwendergeneriertem Content, die schnell für Social Media, E-Mails oder andere Marketing-Kampagnen wiederverwendet werden kann. Visueller Content kann alles sein, was Benutzerinnen und Benutzer eures Produkts oder eurer Dienstleistung bereitstellen: Fotos der Benutzerinnen und Benutzer bei einem markenspezifischen Event oder eine ansprechende Präsentation des Produkts.
Videoinhalte könnten ein Unboxing-Video von einem Produkt, eine Rezension im Livestream, eine Produktdemo oder sogar ein Video zu einem vollkommen anderen Thema sein, bei dem das Produkt zu sehen ist. Benutzerinnen und Benutzer, die Fotos oder Videos von sich posten, während sie das Produkt verwenden und Freude daran haben, wecken in anderen Menschen den Wunsch, es ebenfalls auszuprobieren.
Rezensionen und Bewertungen.
Viele Kundinnen und Kunden hinterlassen gerne Rezensionen oder Bewertungen, die anderen die Kaufentscheidung erleichtern. Kundschaft geht davon aus, dass Rezensionen der Wahrheit entsprechen, und vertraut ihnen mehr als den Worten des Unternehmens. Bewertungen sind eine einfache Möglichkeit, mit Kundschaft zu interagieren, da dafür in der Regel nur wenige Klicks erforderlich sind.
Beides kann extrem vielseitig sind. Rezensionen erscheinen nicht nur im Online-Einzelhandel wie auf den Seiten von Amazon, sondern ihr könnt sie auch in E-Mail-Kampagnen, in Social Media und auf einzelnen Produktseiten verwenden, um das Einkaufserlebnis zu verbessern. Diese Bewertungen sind oft überzeugender als die beste Werbekampagne.
Social-Media-Postings.
UGC ist bei vielen Marken ein wesentlicher Bestandteil der Social-Media-Strategie. Es gibt viele Möglichkeiten, UGC im Rahmen einer Social-Media-Strategie einzusetzen. Beispielsweise könnt ihr einen Screenshot einer positiven Rezension auf Twitter teilen oder ihn dann im Instagram-Account eurer Marke posten. Oder ihr könntet ein TikTok teilen und es als Instagram-Reel nutzen. Optimal nutzt ihr UGC, indem ihr ihn auf verschiedenen Social-Media-Plattformen einsetzt.
Woher UGC kommt.
UGC stammt aus verschiedenen Quellen. Wo ihr nach Postings von Anwenderinnen und Anwendern sucht, hängt voll und ganz davon ab, welche Art von Content ihr möchtet. In manchen Branchen gibt es zwar spezielle Quellen, doch die drei wesentlichen Lieferanten von UGC für die meisten Marken sind:
- Kundinnen und Kunden. Der meiste anwendergenerierte Content stammt von Kundschaft, die von sich aus einen Beitrag über euer Produkt oder eure Dienstleistung postet. UGC kann organisch gepostet oder in Form einer Rezension oder Stellungnahme als Antwort auf eine E-Mail-Kampagne übermittelt werden.
- Markenfürsprecherinnen und -fürsprecher. Markenfürsprecherinnen und -fürsprecher sind Kundinnen oder Kunden, die eurer Marke bereits treu verbunden sind und Content über euer Produkt oder eure Dienstleistung erstellen, weil sie davon aufrichtig begeistert oder überzeugt sind. Diese Gruppe kann gelegentlich um die Erstellung spezifischer Inhalte gebeten werden. Die Beziehung zwischen eurer Marke und ihren Fürsprecherinnen und Fürsprechern ist wertvoll und sollte sorgfältig gepflegt werden.
- Mitarbeitende. Von Beschäftigten erstellte Inhalte sind technisch betrachtet kein anwendergenerierter Content, dennoch können Team-Mitglieder organischen Content für das Team erstellen. Hierzu gehören Bilder und Videos mit Eindrücken von hinter den Kulissen – eine fantastische Möglichkeit, zu zeigen, dass eure Beschäftigten ganz normale Menschen sind wie eure Kundschaft, die euer Produkt oder eure Dienstleistung aufrichtig lieben und wirklich verwenden. Ihr könnt Positionen mit Social-Media-Influencerinnen und -Influencern besetzen, da manche Kundinnen und Kunden mehr mit bestimmten Online-Persönlichkeiten interagieren als mit großen Unternehmen.
So kommt ihr an UGC.
Nachdem wir die verschiedenen UGC-Arten besprochen haben, kommen wir nun dazu, wie ihr entsprechenden Content findet und aggregiert.
Suchen.
Höchstwahrscheinlich erstellen bereits Menschen Content über eure Marke. Sucht auf Social-Media-Plattformen nach dem Namen eures Unternehmens oder nach Hashtags, die ihr auf Social-Media-Kanälen nutzt, um bereits vorhandene Inhalte zu finden. Wählt einfach den Content aus, den ihr teilen möchtet, und holt die Erlaubnis bei der Autorin bzw. beim Autor ein.
Teilbare Erlebnisse erstellen.
Live-Erlebnisse sind auch im digitalen Zeitalter noch wichtig. Eine fantastische Möglichkeit, Kundschaft dazu zu bringen, eure Marke zu präsentieren, ist die Erstellung einer visuell beeindruckenden Storefront, attraktiver Produkte sowie immersiver Events, die dazu einladen, online geteilt zu werden.
Anfragen.
Am einfachsten baut ihr das Portfolio eurer Marke an UGC auf, indem ihr eure Zielgruppen darum bittet. Ihr könnt sie einfach auffordern, Content in Social Media zu teilen, oder ihr könnt nach einem bestimmten Content-Typ wie Stellungnahmen oder Videos fragen.
Ihr könntet sogar eine Marketing-Kampagne mit einem benutzerdefinierten Hashtag erstellen, das eure Kundschaft und Fans verwenden sollen, damit ihr ihren UGC einfach finden könnt.
Einen Wettbewerb veranstalten.
Eine besondere Form der UGC-Anfrage ist ein Wettbewerb, bei dem es einen Preis zu gewinnen gibt. Wenn die Social-Media-Präsenz eures Unternehmens groß genug ist, reicht als Preis allein die Publicity, die mit der Exposition im Namen eurer Marke einhergeht.
Ein weiterer möglicher Preis wäre, den Content der Kundschaft zur Repräsentation der Marke zu nutzen, beispielsweise in einer Marketing-Kampagne. Besonders attraktiv kann das sein, wenn Online-, TV- oder Print-Kampagnen fest in eurem Branding verankert sind oder wenn eure Marke noch dabei ist, sich Social-Media-Followerinnen und -Follower aufzubauen. Der Preis könnte aber auch ein Gratisprodukt sein, ein einmaliger Rabatt-Code, freier Eintritt zu einem Event oder irgendetwas anderes, was für eure Zielgruppe von Wert sein kann.
Eine Plattform zum Aggregieren von Content verwenden.
Die Verwendung eines Tools, das vorhandenen UGC automatisch sucht und aggregiert, kann das Auffinden von Content erheblich erleichtern. UGC-Aggregatoren sind in der Lage, verschiedene Social-Media-Plattformen nach Postings zu durchforsten, die eure Marke erwähnen oder taggen, und euch die relevantesten Postings zur Prüfung bereitzustellen.
Best Practices für UGC.
Sobald ihr den benötigten UGC vorliegen habt, könnt ihr darüber nachdenken, wie ihr ihn verwenden möchtet. Im Laufe der Zeit werdet ihr eigene Best Practices entwickeln. Doch es gibt eine Reihe von bewährten Strategien für einen erfolgreichen Start.
Ziele definieren und vorausplanen.
Die UGC-Welt wirkt auf den ersten Blick recht unkompliziert. Schlecht vorbereitet kann sie euch jedoch schnell an eure Grenzen bringen. Bevor ihr anfangt, solltet ihr daher zunächst bestimmen, was ihr mit UGC-Marketing erreichen möchtet und welche Metriken ihr verwenden wollt, um eure Fortschritte bei der Erreichung dieser Ziele zu messen. Entscheidet anhand dieser Ziele, wie viel Content ihr aggregiert, und legt eine Posting-Frequenz fest, beispielsweise einmal pro Tag oder pro Woche. Eine genaue Planung hilft, spätere Schwierigkeiten zu vermeiden.
Unterschiedliche Inhalte für verschiedene Kanäle verwenden.
Es ist unbedingt notwendig, die richtige Art von UGC für jede Social-Media-Plattform und jeden Marketing-Kanal auszuwählen. Damit ihr wisst, wo ihr welchen UGC posten solltet, müsst ihr die verschiedenen Plattformen, eure Markenstimme und eure Zielgruppe genau verstehen. Beispielsweise ist ein Bild besser für eine E-Mail oder eine Produktseite geeignet, während ein witziges Video für TikTok optimal ist. Ein Foto macht sich vielleicht gut auf Instagram, könnte auf Twitter aber leicht übersehen werden. Mancher UGC funktioniert auch gut auf mehreren Plattformen. Scheut euch daher nicht vor Crosspostings.