KI-gesteuerte Kundenerlebnisse treiben die Zukunft in der industriellen Fertigung voran.
Jonathan Burdette
02-17-2026
Die industrielle Fertigung steht vor einer neuen Transformationsphase. Operative und technische Exzellenz bleiben zwar grundlegend, definieren aber allein keine Marktführerschaft mehr. Wachstum hängt heute davon ab, wie intelligent Hersteller ihre Kundschaft über zunehmend komplexe, mehrstufige Customer Journeys ansprechen – mit Daten, Personalisierung und KI, um Entscheidungen zu treffen, Beziehungen zu stärken und langfristigen Wert zu schaffen.
Da sich Kundenerwartungen weiterentwickeln und Wertschöpfungsketten stärker vernetzt werden, müssen Hersteller überdenken, wie sie Einkäuferinnen und Einkäufer über Marketing, Vertrieb und After-Sales-Betreuung ansprechen. Um zu verstehen, wie gut die Branche auf diesen Wandel vorbereitet ist, beauftragte Adobe Incisiv mit einer Umfrage unter 559 Führungskräften der Fertigungsindustrie in neun globalen Märkten – die Mehrheit vertritt Unternehmen mit mehr als 1 Milliarde US-Dollar Jahresumsatz. Die Ergebnisse zeigen, wo Fortschritte erzielt werden, wo grundlegende Lücken bestehen und wie KI die Zukunft der industriellen Customer Experience prägt.
Customer Journeys sind komplex – aber größtenteils unverfolgt.
Einkaufsprozesse in der Industrie sind naturgemäß langwierig, risikoreich und involvieren mehrere Verantwortliche. Im Durchschnitt führen Einkäuferinnen und Einkäufer 13,4 Interaktionen über verschiedene Kanäle durch, bevor sie eine Service-Transaktion abschließen. Trotz dieser Komplexität fehlt den meisten Herstellern die Transparenz über die Interaktionen, die Entscheidungen in den Phasen Recherche, Auswertung und After-Sales beeinflussen.
Das bedeutet, dass Personalisierung an diesen Touchpoints begrenzt bleibt. Nahezu 29 % der industriellen Customer Journey sind überhaupt nicht personalisiert, und keine befragte Person berichtet von einer Personalisierung, die 75 % der Journey überschreitet. Ohne verknüpfte Interaktionsdaten haben Marketing- und Vertriebs-Teams Schwierigkeiten, ihre Ansprache abzustimmen, Accounts zu priorisieren oder Einkäuferinnen und Einkäufer frühzeitig zu beeinflussen – was die Umsatzvorhersagbarkeit und Deal-Geschwindigkeit untergräbt. Diese Lücke wird dadurch verstärkt, dass nur 1 % der Hersteller vollständig integrierte und zugängliche Kundendaten haben, was erklärt, warum vernetzte Journeys trotz zunehmender Omni-Channel-Interaktion schwer realisierbar bleiben.
Während Personalisierung weithin als strategische Priorität betrachtet wird, bleibt ihre Wirksamkeit hinter ihrer wahrgenommenen Bedeutung zurück. Das schafft eine wachsende Lücke bei der Ausführung und bedeutet eine ungenutzte Umsatzchance in den heutigen langen, vielschichtigen Kaufprozessen.
Zielsetzungen bei Personalisierung übertreffen die operative Bereitschaft.
Hersteller erkennen den Wert der Personalisierung, setzen sie aber vorsichtig ein. Strukturelle Gegebenheiten wie lange Verkaufszyklen, komplexe Konfigurationen, regulierte Umgebungen und fragmentierte Legacy-Systeme lassen die Skalierung von Personalisierung riskant erscheinen. Daher bleiben die meisten Initiativen auf enge Use Cases wie Angebots-Tools oder After-Sales-Support beschränkt.
Diese vorsichtige Herangehensweise ist kein Widerstand, sondern Pragmatismus. Führungskräfte in der Fertigung priorisieren bewährten ROI und operative Stabilität vor Experimenten. Doch die Daten zeigen: Ohne breitere Personalisierung im gesamten Lebenszyklus verpassen Hersteller Chancen zur Verbesserung der Vertriebsproduktivität, Kundenbindung und Ausbau des Kundenstamms.
KI kann dabei helfen, Personalisierung im benötigten Umfang zu erschließen – aber nur mit einheitlichen Daten und klar definierten Workflows.
Persönliche Beziehungen bilden weiterhin den Anker der Kundenakquise.
Anders als verbraucherorientierte Branchen bleibt die industrielle Fertigung stark beziehungsgetrieben. 82 % der Führungskräfte nennen persönliche Veranstaltungen, Konferenzen und Messen als wichtigsten Akquise-Kanal – weit vor rein digitalen Touchpoints. Vertrauen, Expertise und beratender Verkauf prägen weiterhin Kaufentscheidungen.
Digitale Kanäle spielen dennoch eine wichtige Rolle – aber als Unterstützung, nicht als Ersatz. Die effektivsten Akquise-Modelle verbinden digitale Auffindbarkeit (Discovery) und Signale der Interaktion mit menschlichem Nachfassen. Hersteller, die digitale Erkenntnisse für zeitnahe, wertvolle Interaktionen nutzen, gewinnen Effizienz ohne Verlust der Beziehungstiefe.
Marketing wird als kommerzieller Wachstumsmotor neu definiert.
Die Rolle des Marketings in der industriellen Fertigung verändert sich rasant. Einst hauptsächlich als Unterstützungsfunktion betrachtet, steht Marketing nun unter Druck, direkten Geschäftseinfluss zu demonstrieren. 88 % der Führungskräfte berichten von gestiegenen Effizienzerwartungen, und 82 % sagen, dass Marketing direkt zum Umsatz beitragen soll.
Dieser Wandel zwingt Marketing-Teams zum Umdenken – weg von aktivitätsbasiertem Reporting hin zu ergebnisorientierten Performance-Messungen. Erfolg wird zunehmend an Pipeline-Beiträgen, Konversionsraten und Kosteneffizienz gemessen. KI und Analyse sind wichtige Enabler, aber nur mit einheitlichen Daten und engerer Abstimmung mit dem Vertrieb.
Isolierte Daten untergraben Skalierung und Ausführung.
Trotz wachsendem Leistungsdruck fehlt den meisten Herstellern die Datenbasis, die für vernetzte Customer Journeys oder KI-gestützte Entscheidungen erforderlich ist. Tatsächlich geben 97 % an, dass ihre Kundendaten in Silos vorliegen oder nur teilweise integriert sind. Deshalb bleiben Personalisierung, Analyse und KI-Aktivierung oft im Pilotprojekt-Stadium stecken, anstatt unternehmensweit skaliert zu werden. Diese Fragmentierung begrenzt weit mehr als nur die Personalisierung. Sie schwächt Prognosen, verschleiert Performance-Einblicke und zwingt Teams dazu, sich auf Intuition statt auf Signale zu verlassen. Da KI immer stärker in Marketing- und Vertriebs-Workflows eingebettet wird, werden diese Datenlücken zu einem kritischen Hindernis – nicht nur zu einer Ineffizienz.
KI-Einführung schreitet voran – aber die Bereitschaft hinkt hinterher.
Das Interesse an KI wächst in der industriellen Fertigung, aber die Einführung bleibt zurückhaltend. Viele Unternehmen erkennen, dass generative KI das Potenzial hat, die Effizienz zu verbessern und komplexe Marketing- und Content-Workflows zu unterstützen. Gleichzeitig bedeutet das risikobewusste Betriebsmodell der Branche, dass Führungskräfte zögern, KI ohne klare Governance-, Compliance- und Qualitätskontrollen zu skalieren.
Die Herausforderung besteht darin, dass Governance zwar weithin als Voraussetzung verstanden wird, aber nur wenige Unternehmen sie heute aktiv aufbauen. Nur 16 % der Hersteller geben an, dass sie KI-Governance und Qualitätskontrolle priorisieren. Das hält die meisten Unternehmen zwischen steigenden Erwartungen an KI-gestützte Effizienz und mangelnder operativer Bereitschaft gefangen, und verhindert, über das Experimentieren hinauszugehen.
Agentic AI folgt einem ähnlichen Muster. Nahezu alle Hersteller verlangen Sicherheits-Audits, regulatorische Compliance und Risikobewertungen, bevor sie autonome KI-Initiativen ausweiten. In einer Branche, die auf Präzision und Kontrolle aufbaut, muss KI Vertrauen durch Struktur verdienen – nicht nur durch Geschwindigkeit.
Der Weg nach vorn: KI-fähige Kundenerlebnisse in der Fertigung aufbauen.
Um die Lücke zwischen steigenden Erwartungen und operativer Realität zu schließen, sollten sich Führungskräfte in der industriellen Fertigung auf drei Prioritäten konzentrieren:
Kundendaten vereinheitlichen, um präzisen Vertrieb zu ermöglichen.
Schafft eine zentrale Datenquelle über Regionen, Produkte und Partner-Kanäle hinweg, um vernetzte Customer Journeys und verlässliche Insights zu ermöglichen. Dafür müsst ihr fragmentierte Kundendaten aus verschiedenen Systemen und Touchpoints zusammenführen und Verhaltens- sowie Transaktionssignale in einem einheitlichen Kundenprofil verknüpfen – so werden isolierte Interaktionen zu handlungsrelevanter Journey-Intelligence.
Skaliert Personalisierung mit operativer Präzision.
Bettet Relevanz in den gesamten Lebenszyklus ein – von der Entdeckung bis nach dem Kauf – mit modularem Content, KI-gestützten Insights und Account-basierten Strategien. Um das in großem Maßstab zu erreichen, braucht ihr modulare Content-Frameworks und kontinuierliche Experimente. Außerdem erfordert es intelligente Orchestrierung, die Erlebnisse nach Persona, Rolle und Käufergruppe über lange, Multi-Stakeholder-Journeys hinweg lokalisiert.
Setzt KI gezielt und verantwortungsvoll ein.
Etabliert Governance-Frameworks, bildet Teams weiter und implementiert KI dort, wo sie Effizienz, Vertrauen und langfristigen Wert steigert. Das bedeutet: KI-gestützte Content-Generierung, Insights und Automatisierung in Enterprise-Workflows zu operationalisieren, die native Kontrollen für Compliance, Versionierung und Qualität enthalten – damit Innovation niemals dem nötigen Vertrauen vorauseilt.
Die Zukunft der Fertigungsindustrie wird davon geprägt, wie effektiv Unternehmen Daten, Abläufe und Kundeninteraktionen über zunehmend komplexe Customer Journeys hinweg verknüpfen. Hersteller, die einheitliche Datenplattformen nutzen, Personalisierung einbetten und KI verantwortungsvoll skalieren, werden die nächste Ära des industriellen Wachstums anführen.
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