ADOBE KI- UND DIGITALE TRENDS-REPORT 2026
KI zwingt zum Kurswechsel – und Abwarten ist keine Option.
Generative und Agent-basierte KI transformieren die Customer Journey schneller, als sich Unternehmen anpassen können. Der diesjährige KI- und digitale Trends-Report zeigt, welches Potenzial in diesem Wandel steckt – und welchen Druck er erzeugt. Er beleuchtet die entscheidenden Lücken, die Marken derzeit ausbremsen, und was es braucht, um Erlebnisse zu schaffen, die sich genauso schnell weiterentwickeln wie die Technologie, die sie antreibt.
Springt direkt zu einem Abschnitt und erfahrt mehr über die Trends.
Abschnitt 1
KI definiert Customer Experience neu.
Die anhaltende Flut von Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz (KI) verändert grundlegend, wie Marken und Kundschaft entlang der einzelnen Schritte der Journey interagieren – von der Produktentdeckung bis zum Kauf. Da Menschen im Alltag immer selbstverständlicher mit KI-gestützten Tools und -Diensten experimentieren, wetteifern Unternehmen darum, zu verstehen, wie generative und Agent-basierte KI Erlebnisse bedeutsam verbessern und die Performance des Unternehmens stärken können. Und in einem so dynamischen Marktumfeld ringen viele von euch mit zentralen Fragen: Wo lohnt sich die Investition? Wie schnell kann man skalieren? Und was macht heute eine wirklich wettbewerbsfähige Customer Experience (CX) aus?
Unsere globale Umfrage unter 3.000 Führungskräften und Fachkräften in CX-Rollen, durchgeführt im Rahmen des Adobe 2026 KI- und digitale Trends-Reports und -Forschungsprogramms, zeigt erste Erfolge mit generativer KI und ambitionierte Pläne für Agent-basierte KI. Aber sie zeigt auch: Vielen Unternehmen fehlen noch die Grundlagen, um diese Ambitionen in die Praxis umzusetzen, da Daten weiterhin fragmentiert sind, eine Abstimmung zwischen Führungsebene und Fachkräften nicht durchgängig gegeben ist und eine unternehmensweite Bereitstellung weiterhin die Ausnahme ist.
Wir haben zudem 4.000 Kundinnen und Kunden in wichtigen globalen Märkten befragt. Ihre Antworten deuten auf vorsichtigen Optimismus bezüglich KI hin. Aber in mehreren Bereichen – besonders bei Agent-basierter KI – decken sich die Annahmen der Unternehmen nicht immer mit der tatsächlichen Akzeptanz und Bereitschaft der Kunden.
Diese Lücken spiegeln eine zentrale Realität wider: Die KI-Fähigkeiten entwickeln sich schneller, als Unternehmen Schritt halten können. Und die Erwartungen der Kundschaft verändern sich ebenso rasant. Tatsächlich ist das Zeitfenster für Marken, einen Eindruck zu hinterlassen, bereits sehr schmal. Die Hälfte der Kundschaft gibt an, dass Werbe-E-Mails, Anzeigen und Social-Media-Posts nur zwei bis fünf Sekunden Zeit haben, ihr Interesse zu wecken. Diese Kluft gilt es zu schließen, damit Unternehmen in den kommenden Jahren die wegweisenden Customer Experiences realisieren können, die sie vor Augen haben. Ihrer Einschätzung nach werden diese geprägt sein von:
- Hochgradiger Personalisierung und vorausschauender Reaktion auf Kundenbedürfnisse in Echtzeit (80 %).
- Nahtlosen Erlebnissen über digitale und physische Touchpoints hinweg (72 %).
- KI-gestützten Interaktionen, die dennoch menschlich und markenkonform wirken (60 %).
Stärkere Datenfundamente, engere funktionsübergreifende Abstimmung und besseres Kundenverständnis können Unternehmen dabei helfen, erste KI-Erfolge in nachhaltige Fortschritte hin zu besseren Customer Experiences zu übersetzen.
Abschnitt 2
Generative KI liefert erste Erfolge.
Die vergangenen drei Jahre brachten erhebliche Marktveränderungen mit sich – von der Anpassung an postpandemische Rahmenbedingungen bis hin zur schnellen Etablierung neuer Technologien wie KI im Mainstream. Unternehmen berichten von messbaren Verbesserungen wichtiger CX-Performance-Metriken im besagten Zeitraum, etwa bei der Personalisierung (70 % geben an, dass sich dieser Wert deutlich oder zumindest spürbar verbessert hat), der Lead-Generierung (64 %) und der Kundenbindung (59 %). Dennoch gehen diese Fortschritte mit einer zurückhaltenden Selbsteinschätzung der digitalen CX-Reife einher: Mehr als die Hälfte (57 %) sieht das eigene Unternehmen auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb oder dahinter, und nur rund ein Drittel (36 %) betrachtet sich als Vorreiter.
Trotz Zweifeln an ihren digitalen Fähigkeiten machen Unternehmen Fortschritte beim Einsatz generativer KI. Für die meisten von uns untersuchten Customer Experience Workflows – von der Marketing-Content-Erstellung über Kundensupport und Personalisierung bis hin zu Back-Office-Abläufen – ist generative KI bereits bei vielen Unternehmen in der Erprobung. Etwa ein Viertel bis ein Drittel der Unternehmen führt in diesen Bereichen begrenzte Pilotprojekte durch. Die große Mehrheit der Unternehmen berichtet von Verbesserungen durch generative KI – unter anderem bei Ideenfindung und Content-Produktion, bei Produktivität und Effizienz der Mitarbeitenden sowie sogar beim Marketing-getriebenen Umsatzwachstum. (Abb. 1)
Werte für die Antworten „Deutlich verbessert“ und „Mäßig verbessert“ wurden hier summiert. Es werden 5 von 10 Antworten gezeigt.
Unternehmen verfügen bereits über einen Großteil der technischen Infrastruktur, die sie für die Skalierung generativer KI benötigen – etwa unterstützende Cloud-Technologie (89 %) und gemeinsame Kundendaten-Plattformen (71 %). Dennoch ist generative KI in den verschiedenen Workflows nur bei einer Minderheit – zwischen etwa einem Fünftel und einem Drittel – funktionsübergreifend integriert, und noch weniger haben sie organisationsweit eingebettet. Ein großer Anteil der Unternehmen gibt an, die Technologie in wichtigen Workflows noch gar nicht aktiv zu nutzen. Viele planen jedoch, diese Bereiche in den kommenden 18 Monaten zu erschließen.
Mit Blick nach vorn erstrecken sich die Investitionsprioritäten sowohl auf kundennahe als auch auf interne Anwendungsfelder. Dazu zählen die stärkere Personalisierung von Kundenerlebnissen (56 %), die Verbesserung von Kundenzufriedenheit, Loyalität und Engagement (46 %) sowie die Automatisierung repetitiver Aufgaben und Prozesse (45 %).
Generative KI hält Einzug in alltägliche Kundenerlebnisse.
Das veränderte Kundenverhalten erhöht den Druck auf Unternehmen, bei der Einführung von KI schnellere Fortschritte zu machen. KI wird zunehmend zu einem integralen Bestandteil des alltäglichen Einkaufsverhaltens: Viele Kundinnen und Kunden geben an, sie würden KI nutzen, um personalisierte Produktempfehlungen zu erhalten (49 %) oder unmittelbaren Zugang zum Kundenservice zu erhalten (44 %).
Gleichzeitig nutzt bereits jede vierte Person KI-gestützte Plattformen als primäre Informationsquelle – sei es bei der Recherche, bei Kaufentscheidungen oder bei der Suche nach Empfehlungen. Damit liegen sie noch vor Markenwebsites und Online-Bewertungen. Bei einfachen Anfragen bevorzugt ein Großteil der Kundschaft KI-gestützte Interaktionen gegenüber menschlichen oder wünscht sich beide Optionen.
Marken sind sich dieses Wandels bewusst. Etwa zwei Drittel der Unternehmen geben an, dass KI-gestützte Konversationsplattformen wichtig für die Markenrelevanz sind. Fast ebenso viele gehen noch weiter und erwarten, dass zukünftige Customer Experiences primär dialogorientiert konzipiert sein müssen. KI im Allgemeinen wird als wesentlich für die zukünftige Customer Experience angesehen. Tatsächlich sind 60 % der Unternehmen überzeugt, dass KI-gestützter Service und Support in den nächsten zwei bis drei Jahren den Maßstab für wegweisende Customer Experiences setzen werden.
Abschnitt 3
Der ambitionierte Sprung zu Agent-basierter KI.
Viele der Unternehmen, die bereits über die Erprobungsphase generativer KI hinaus sind, richten ihre Aufmerksamkeit jetzt auf Agent-basierte KI – Systeme, die darauf ausgelegt sind, in internen und kundenseitigen Workflows autonom zu handeln. Diese Systeme können Routineaufgaben automatisieren, systemübergreifend Erkenntnisse generieren, Kundentransaktionen initiieren oder Serviceanfragen mit nur minimaler menschlicher Intervention bearbeiten. Unternehmen setzen auf eine schnelle, großflächige Bereitstellung von Agent-basierter KI für diese Anwendungsfälle. Tatsächlich priorisiert rund ein Drittel die Implementierung neuer Technologien wie Agent-basierter KI gegenüber bereits stärker verbreiteten Lösungen wie generativer KI.
Die erwarteten Vorteile von Agent-basierter KI sind vielfältig. So gehen 63 % der Unternehmen davon aus, dass Agent-basierte KI Mitarbeitenden mehr Zeit für strategische und kreative Aufgaben verschafft. 42 % planen zudem, für unterschiedliche Zielgruppen eigene, klar profilierte AI Agents mit spezifischen Persönlichkeiten zu entwickeln. Für rund die Hälfte der Unternehmen gilt die Fähigkeit ihrer Agents, nahtlos mit anderen Agents zu interagieren, als entscheidender Faktor bei der Anbieterauswahl.
Trotz dieser Begeisterung befindet sich die Einführung von Agent-basierter KI bei allen Unternehmen noch in den Anfangsphasen. Über alle untersuchten Workflows hinweg berichtet die Mehrheit von keiner aktiven Nutzung von Agent-basierter KI, und weniger als ein Viertel führt begrenzte Pilotprojekte durch. Nur 16 % haben Agent-basierte KI unternehmensweit für den Kundensupport implementiert und lediglich 13 % für Markenentdeckung und Suche (z. B. Optimierung von Content, damit dieser von KI-gestützten Discovery-Tools korrekt interpretiert und gefunden wird). In allen übrigen Bereichen liegt die unternehmensweite Einführung noch deutlich darunter.
Dennoch ist das Ausmaß der geplanten Expansion bemerkenswert. Viele Unternehmen glauben, dass Agent-basierte KI innerhalb der nächsten 18 Monate den Großteil ihrer Kundeninteraktionen direkt abwickeln wird, insbesondere im Kundensupport und der After-Sales-Betreuung (Abb. 2). Auch hinsichtlich der Einbindung in umfassendere Workflows zeigen sich Organisationen optimistisch. Eine Mehrheit erwartet, in naher Zukunft AI Agents einzusetzen, die:
- Mitarbeitende bei Recherche, Erkenntnissen und Wissensabruf unterstützen (69 %).
- den Vertrieb mit autonomen Produktempfehlungen oder Lead-Qualifizierung unterstützen (58 %).
- als digitale Markenvertretung gegenüber Kundinnen und Kunden auftreten (54 %).
- mit anderen Agents interagieren, die von Kundschaft, Anbietern oder der Beschaffung eingesetzt werden (49 %).
Die Werte der Antworten „Etwa die Hälfte der Interaktionen“, „mehr als die Hälfte der Interaktionen“ und „alle oder fast alle Interaktionen“ wurden hier summiert.
Kundenseitige Neugier auf Agent-basierte KI stößt an klare Grenzen.
Die Kundschaft ist neugierig auf Agents – 43 % wären bereit, mit dem persönlichen KI-Concierge oder Agent einer Marke zu interagieren, sofern ein entsprechender Service angeboten wird. Gleichzeitig ist diese Offenheit klar begrenzt – und wird von Unternehmen möglicherweise falsch eingeschätzt.
Ein Fünftel der Kundschaft ist nicht offen dafür, einen eigenen persönlichen Agent zu erstellen, und fast 40 % haben diese Möglichkeit noch nicht einmal in Betracht gezogen. Und während sich fast die Hälfte vorstellen kann, dass der eigene Agent mit einer menschlichen Ansprechperson einer Marke zusammenarbeitet, wären deutlich weniger bereit, ihren Agent mit einem AI Agent der Marke interagieren zu lassen, persönliche Daten weiterzugeben oder eigenständig größere oder kleinere Kaufentscheidungen treffen zu lassen. In all diesen Anwendungsfällen überschätzen Unternehmen durchweg die Akzeptanz auf Kundenseite (Abb. 3).
Diese unterschiedlichen Wahrnehmungen zwischen Unternehmen und Kundschaft zeigen sich auch mit Blick auf weiter gefasste Erwartungen. So sind 49 % der Unternehmen der Ansicht, dass ihre Kundschaft AI Agents künftig als primären Interaktionskanal mit Marken bevorzugen wird. Tatsächlich stimmen jedoch nur 19 % der Kundschaft dieser Einschätzung zu. Ebenso glauben 36 % der Unternehmen, dass Kunden Agents bei schwierigen Kaufentscheidungen mehr vertrauen werden als sich selbst. Auf Kundenseite teilen jedoch lediglich 21 % diese Auffassung.
Frage an Unternehmen: Stellt euch eine Zukunft vor, in der eure Kunden eigene Agents haben, die Aufgaben in ihrem Namen ausführen. Wie wohl würde sich eure Kundschaft mit folgenden Szenarien fühlen?
Werte der Antworten „Sehr wohl“ und „Eher wohl“ wurden summiert.
Frage an Kundschaft: Stellt euch vor, ihr hättet euren eigenen persönlichen Agent, der euch bei alltäglichen Aufgaben hilft (z. B. Einkaufen, Reisebuchungen, Kundenservice). Wie wohl würdet ihr euch damit fühlen, wenn der Agent die folgenden Szenarien für euch abwickelt?
Werte der Antworten „Sehr wohl" und „Eher wohl“ wurden summiert.
Kundenvertrauen entscheidet darüber, ob Agent-basierte KI erfolgreich skaliert werden kann. Nur ein Fünftel der Kundschaft gibt an, KI in Interaktionen zuverlässig erkennen zu können. Doch unerwarteter KI-Einsatz kann zur Distanzierung führen. So würde sich beispielsweise ein Drittel der Kundschaft abwenden, wenn Inhalte als KI-generiert erkannt werden. 37 % reagieren ähnlich, wenn sie erfahren, dass sie mit einer KI interagieren, obwohl sie eine menschliche Ansprechperson erwarten. Für die Kundenseite ist die Möglichkeit, jederzeit zu einem Menschen wechseln zu können, die wichtigste Form von Transparenz, wenn eine Marke einen Agent einsetzt.
Unternehmen scheinen weitgehend mit diesen Erwartungen übereinzustimmen. Die klare Kennzeichnung von KI-Interaktionen (68 %) sowie die einfache Weiterleitung an menschlichen Support (61 %) gelten aus Unternehmenssicht als wichtigste Faktoren für den Aufbau von Vertrauen in Agent-basierte KI.
Abschnitt 4
Die Lücke in puncto KI-Readiness.
Unternehmen sind bestrebt, generative und Agent-basierte KI zu skalieren, doch vielen fehlen weiterhin die grundlegenden Tools, Datenstrukturen und Messmethoden, die für eine unternehmensweite Bereitstellung erforderlich sind. Mehr als die Hälfte (53 %) gibt an, dass ihre Content Supply Chain weitgehend linear und ressourcenintensiv organisiert ist. Und nur 47 % setzen generative oder Agent-basierte KI für Journey-Design oder Omnichannel-Aktivierung ein – Fähigkeiten, die entscheidend sind, um Personalisierung skalierbar umzusetzen.
Eine große Challenge für Unternehmen ist, dass Agent-basierte KI nicht über die nötige unterstützende Infrastruktur verfügt. Nur 51 % haben Cloud-basierte Technologie für Agent-basierte KI, verglichen mit 89 %, die über die Technologie zur Unterstützung generativer KI verfügen. Auch Investitionen in Leitlinien für verantwortlichen Einsatz, Integrations-Tools, Kundendatenplattformen, Data-Management-Prozesse und Mitarbeiterschulungen fallen bei Agent-basierter KI deutlich geringer ausals bei generativer KI.
Die Fähigkeit, den tatsächlichen Einfluss von KI zu messen und zu kommunizieren, bleibt ein kritischer Stolperstein. Wenn gefragt wird, welche Produktmetriken für die Bewertung des KI-Erfolgs am wichtigsten sind, verweisen Unternehmen überwiegend auf Kundenzufriedenheits- und Treuemetriken wie den Net Promoter Score (NPS), Bindung und Abwanderung. Gleichzeitig geben 52 % an, dass es ihrem Unternehmen schwerfällt, anhand CX-relevanter Metriken einen messbaren ROI für KI nachzuweisen. Mehr als die Hälfte (56 %) berichtet zudem, dass die Unternehmensführung bei der Bewertung von KI-Initiativen primär rein finanzielle Ergebnisse in den Vordergrund stellt.
Tools für das ROI-Tracking sind im KI-Kontext insgesamt noch unzureichend entwickelt. Nur 44 % haben ein entsprechendes Mess-Framework für generative KI implementiert, und noch weniger (31 %) für Agent-basierte KI. Fast die Hälfte (47 %) hat weder ein Framework implementiert noch ist sich unsicher, ob eines existiert.
Interne Defizite bremsen relevante Kundenerlebnisse aus.
Interne Challenges bei der KI-Implementierung schränken die Fähigkeit von Unternehmen ein, steigende Kundenerwartungen zu erfüllen. Kunden belohnen Relevanz, Klarheit und Komfort und reagieren schnell, wenn Marken nicht überzeugen. Die Hälfte der Kundschaft gibt an, sich von einer Marke abzuwenden, wenn Werbebotschaften als irrelevant oder zeitlich unpassend wahrgenommen werden. 45 % ziehen sich zurück, wenn sie zu viele Promotions erhalten – unabhängig von deren Relevanz. Das Zeitfenster für Interaktion ist kurz: Die Hälfte der Kundinnen und Kunden räumt Werbeinhalten lediglich zwei bis fünf Sekunden ein, um Interesse zu wecken; rund ein Fünftel entscheidet sogar in weniger als zwei Sekunden.
Um durchgängig relevante Erlebnisse zu schaffen, braucht es KI, die mit einheitlichen, hochwertigen Daten trainiert wurde, und die Fähigkeit, auf diese Daten in Echtzeit zu reagieren. Dennoch gibt weniger als die Hälfte (44 %) der Unternehmen an, dass Datenqualität und -zugänglichkeit derzeit ausreichend sind, um KI umfassend zu unterstützen. Und nur 39 % verfügen über eine gemeinsame Customer Data Plattform, die Agent-basierte KI unterstützen kann.
Diese Lücke in puncto KI-Readiness besteht weiter, obwohl Unternehmen das Problem anerkennen. Auf die Frage nach ihren Prioritäten für KI-Investitionen nannten nur 32 % Datenqualität, Vereinheitlichung und Governance als Top-Fokus; nur 20 % priorisierten die Steigerung des Datenwerts sowie ein besseres Datenverständnis. Dabei räumen 52 % ein, dass die derzeitige Datenvereinheitlichung und -struktur den Fortschritt von KI-Initiativen bremst. Ganze 75 % bezeichnen Datenintegration und -qualität als größte Herausforderung bei der Einführung Agent-basierter KI-Lösungen. Damit rangiert die Datenintegration noch vor anderen Challenges – etwa dem Mangel an geeigneten Fachkräften und begrenzten Weiterbildungsressourcen (71 %) oder einem unklaren ROI beziehungsweise Business-Case (68 %).
Diese Einschränkungen betreffen nicht nur Daten, sondern reichen weiter in Content- und Experience-Operations hinein. Lediglich 54 % der Unternehmen bereiten sich darauf vor, Inhalte für KI-gestützte Discovery-Tools zu optimieren – obwohl die Kundschaft zunehmend auf solche Tools zurückgreift, um sich in digitalen Shopping-Erlebnissen zurechtzufinden. Darüber hinaus verfügen nur 39 % über eine einheitliche Kundendatenbasis, die es ermöglicht, Erkenntnisse aus sämtlichen Daten zu gewinnen, die durch AI Agents und dialogbasierte Schnittstellen entstehen.
Abschnitt 5
Interne Reibungen bremsen den KI-Fortschritt.
Unterschiedliche Einschätzungen von Führungsebene und Fachkräften gefährden den Fortschritt bei der Einführung von KI. Zwar herrscht Einigkeit über die übergeordneten Investitionsprioritäten – etwa Personalisierung, Kundenzufriedenheit und Workflow-Automatisierung – doch in Fragen der KI-Readiness, Wirkung und Performance gehen die Ansichten systematisch auseinander.
Fast ein Drittel der Befragten gibt an, dass Führungsebene und Fachkräfte in ihrem Unternehmen in Bezug auf die KI-Strategie nicht aufeinander abgestimmt sind; 47 % sprechen von höchstens teilweiser Übereinstimmung. Treiber für eine bessere Abstimmung sind vor allem eine klare Kommunikation der KI-Ziele (72 %), eine kollaborative Planung (69 %) sowie eine starke Unterstützung durch die Unternehmensführung (59 %). Als größte Challenge für fehlende Abstimmung gilt ein unzureichendes KI-Verständnis auf Führungsebene (61 %) – noch vor Widerständen gegenüber Veränderung oder Technologieeinführung (52 %), unzureichender Kommunikation zur Rolle von KI (52 %) und einer unklaren Messung von Mehrwert und ROI von KI (39 %).
Diese Unterschiede zeigen sich auch darin, wie beide Gruppen die Ziele von KI-Investitionen definieren. Fachkräfte richten ihren Fokus häufiger als die Führungsebene auf konkrete Umsetzungsrealitäten – etwa Content-Erstellung und operative Aktivierung –, die es ihnen ermöglichen, bessere Kundenerlebnisse bereitzustellen. Führungskräfte hingegen betonen eher übergeordnete Ziele wie Umsatzwachstum und Kundenzufriedenheit (Abb. 5). Finanzielle Ergebnisse haben für die Mehrheit der Befragten hohe Priorität. Dennoch stufen 62 % der Führungskräfte Kennzahlen wie operative Effizienz und Kosteneinsparungen als zentrale oder sehr hohe Priorität ein – im Vergleich zu 54 % der Fachkräfte.
Es werden 5 von 9 Antworten gezeigt.
Diese Diskrepanzen, insbesondere das Missverständnis der Führungskräfte bezüglich KI, könnten die unterschiedlichen Wahrnehmungen der KI-Readiness und -Einführung erklären. Fachkräfte berichten durchweg von einer tieferen Integration von KI in die tägliche Arbeit als Führungskräfte. Sie geben häufiger an, dass ihre Teams bereits durch KI unterstützt oder automatisiert werden und dass ihr Unternehmen konkrete, wertstiftende KI-Anwendungsfälle identifiziert hat. Und dieser Trend gilt sowohl für generative als auch für Agent-basierte KI. Fachkräfte berichten signifikant häufiger als Führungskräfte von einer substanziellen Einführung über zentrale Workflows hinweg – etwa im Kundenservice, in der Vertriebsunterstützung, bei kreativen Aufgaben, in der Markenentdeckung oder im Bereich Digital Experience.
Fachkräfte prognostizieren zudem einen deutlich schnelleren Umstieg auf Agent-basierte KI. Sie gehen häufiger als Führungskräfte davon aus, dass innerhalb der nächsten 18 Monate die meisten oder sogar alle Kundeninteraktionen durch Agent-basierte KI übernommen werden – insbesondere bei Content-Empfehlungen, der Betreuung nach dem Kauf oder in dialogorientierten Interaktionen. Darüber hinaus rechnen sie damit, dass AI Agents künftig routinemäßige Serviceanfragen automatisieren, interne Workflows steuern, als digitale Markenvertretung auftreten, mit anderen Agents interagieren und Mitarbeitende beim Wissenszugriff unterstützen werden. Für Fachkräfte ist diese Entwicklung von zentraler Bedeutung: 49 % sind überzeugt, dass Unternehmen ohne die Einführung Agent-basierter KI langfristig an Relevanz verlieren werden – im Vergleich zu 41 % der Führungskräfte.
Trotz dieser Unterschiede ist die Zufriedenheit mit generativer KI in beiden Gruppen hoch – wenngleich Fachkräfte erneut größeres Vertrauen in den Einfluss generativer KI auf Entscheidungsfindung, Produktivität, Kundeninteraktion und Innovation zeigen. Führungskräfte hingegen geben im Vergleich häufiger an, dass die Vorteile bislang gering oder nicht messbar seien – eine Diskrepanz, die zu einer Unterinvestition in grundlegende Fähigkeiten beitragen könnte, die aus Sicht der Fachkräfte dringend erforderlich sind.
Die größere Challenge: Eine Belegschaft, die sich schneller anpassen soll, als sie kann.
In beiden Gruppen besteht Einigkeit darüber, dass KI Rollen und Workflows in einem Tempo verändert, mit dem interne Prozesse kaum Schritt halten können. Die Mehrheit der Unternehmen stimmt zu, dass sich die Arbeitswelt durch KI schneller wandelt, als Mitarbeitende sich anpassen können (57 %), und dass diejenigen, die KI nicht aktiv nutzen, in ihrer Rolle ins Hintertreffen geraten (58 %). 61 % gehen sogar so weit zu sagen, dass Mitarbeitende KI jetzt als unverzichtbaren Kollegen und nicht nur als Tool betrachten sollten.
Dennoch sollte die Vorbereitung auf diese Veränderungen weiter fortgeschritten sein, als sie es derzeit ist. Nur 45 % der Unternehmen geben an, über ausreichende KI-Schulungen und Weiterbildungsprogramme zu verfügen, und nur 44 % sind der Ansicht, dass Mitarbeitende sich im Umgang mit KI in ihrer Rolle sicher fühlen. Das bedeutet: Fachkräfte, die die Auswirkungen von KI bereits am unmittelbarsten spüren, erhalten nicht die notwendige Unterstützung. Gleichzeitig fehlt der Führungsebene ein vollständiges Bild davon, was erforderlich ist, um KI verantwortungsvoll und skalierbar einzusetzen.
Abschnitt 6
Wichtige Erkenntnisse und nächste Schritte.
Seit KI zum Mainstream geworden ist, verändert sie grundlegend, wie Unternehmen Erlebnisse konzipieren, bereitstellen und skalieren – mit stärkerem Fokus auf das, was der Kundschaft am wichtigsten ist: Relevanz, Authentizität und Einzigartigkeit. Der diesjährige KI- und digitale Trends-Report zeigt echte Fortschritte von Unternehmen aller Branchen auf – von ersten Erfolgen mit generativer KI bis hin zu starkem Interesse an Agent-basierten Systemen. Der Übergang von der Experimentierphase zur unternehmensweiten Einführung wird jedoch nicht ohne interne Spannungen gelingen, insbesondere weil die Erwartungen an KI-gestützte Erlebnisse weiterhin schneller wachsen als die Daten, Tools und Governance-Strukturen, die erforderlich sind, um sie verlässlich zu tragen.
Unternehmen können gezielt Maßnahmen ergreifen, um die KI-Readiness-Lücke zu schließen und die Erlebnisse zu schaffen, die die Kundschaft fordert:
- Datenfundamente stärken, um KI skalierbar nutzbar zu machen. Verbessert eure Datenqualität, -vereinheitlichung, -zugänglichkeit und -integration über Systeme hinweg, damit KI in Echtzeit auf Kundenbedürfnisse und -präferenzen reagieren kann.
- Content Supply Chains weiterentwickeln, um Relevanz und Personalisierung skalierbar zu unterstützen. Löst euch von linearen, ressourcenintensiven Prozessen und etabliert dynamischere Workflows, die KI gezielt in Journey-Design und Aktivierung einbinden.
- Die Lücke zwischen strategischer Vision der Führungskräfte und operativer Realität der Fachkräfte schließen. Richtet Führungsebene und Fachkräfte auf klare KI-Ziele und eine gemeinsame Planung aus. Bewertet Erfolg nicht nur anhand von Kostenersparnissen oder Umsatzwachstum und sorgt dafür, dass eure Führungskräfte über genügend KI-Kompetenz verfügen, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
- KI-Erlebnisse konsequent an den Erwartungen der Kundschaft ausrichten. Verankert Transparenz und Wahlmöglichkeiten in KI-gestützten Interaktionen und priorisiert Erlebnisse, die authentisch und einzigartig wirken. Vertrauen, Klarheit und Relevanz sind ebenso entscheidend wie Geschwindigkeit bei der Markteinführung.
ANHANG 1
Forschungsmethodik.
Unternehmens- und Kundendemografie.
- Nordamerika: USA (25 %) und Kanada (5 %)
- Lateinamerika: Brasilien und Mexiko (jeweils 8 %)
- Europa: Vereinigtes Königreich, Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland (jeweils 6 %)
- APAC: Indien (8 %), Australien (7 %), Neuseeland (2 %), Singapur (3 %)
- Naher Osten: Vereinigte Arabische Emirate und Königreich Saudi-Arabien (jeweils 3 %)
Geschäftsbereiche.
- Finanzdienstleistungen und Versicherungen: 17 %
- Einzelhandel und Konsumgüter: 17 %
- Hightech: 17 %
- Medien und Unterhaltung: 17 %
- Gesundheitswesen: 8 %
- Öffentlicher Sektor: 8 %
- Andere (z. B. Automobilindustrie, Industriefertigung, Reisen und Gastgewerbe, Konsumgüterfertigung): 17 %
Geschäftsrollen.
- Fachkräfte: Manager, Team Leads, Directors und Senior Directors – 75 %
- Führungskräfte: VPs, SVPs und C-Level (z. B. Chief Marketing Officers, Chief Information Officers, Chief Data Officers, Chief Digital Officers, Chief Innovation Officers, Chief Technology Officers) – 25 %
Unternehmensgrößen nach Umsatz (USD).
- 250 Mio. USD bis 999 Mio. USD – 38 %
- 1 Mrd. USD bis 9,9 Mrd. USD – 38 %
- 10 Mrd. USD oder mehr – 23 %