Grundsätzlich lassen sich OKRs in drei grundlegende Kategorien einteilen – Lern-OKRs, verpflichtende OKRs und ambitionierte OKRs – sowie in verschiedene Varianten, die beeinflussen, wie OKRs auf eine Geschäftsstruktur angewendet werden.
Lasst uns diese Punkte genauer aufschlüsseln.
Lern-OKRs (Learning OKRs).
Lern-OKRs setzen den Schwerpunkt auf das Aneignen neuer Kenntnisse oder Fähigkeiten und fördern Experimente sowie kontinuierliche Verbesserungen, anstatt auf vorgegebene Ziele zu fokussieren. Sie sind wertvoll, um neue Ansätze zu erkunden, die wiederum zukünftige OKRs beeinflussen können.
Verpflichtende OKRs (Committed OKRs) vs. ambitionierte OKRs (Aspirational OKRs).
Verpflichtende OKRs stellen feste Verpflichtungen dar, die am Ende des Zyklus anhand einer vordefinierten Kennzahl als erfüllt gelten. Ambitionierte OKRs, die manchmal auch als "Stretch-Ziele" oder "Moonshot-Ziele" bezeichnet werden, sind ambitionierte Ziele, die Grenzen austesten, auch wenn eine vollständige Zielerreichung nicht garantiert ist.
Top-down-OKRs vs. Bottom-up-OKRs.
Top-down-OKRs bedeuten die Ausrichtung von Teams auf übergeordnete Ziele. Im Gegensatz dazu entstehen Bottom-up-OKRs auf operativer Ebene durch Teams und Einzelpersonen, fördern Kreativität und Eigenverantwortung und sind dennoch mit der übergeordneten Strategie der Firma abgestimmt.
Persönliche OKRs.
Das OKR-Framework ist nicht auf berufliche Kontexte beschränkt. Persönliche OKRs ermöglichen es Einzelpersonen, die gleichen Prinzipien auf persönliche Ziele zu übertragen und unterstützen so die persönliche Weiterentwicklung sowie die Ausrichtung persönlicher Ziele an beruflichen Zielsetzungen.
Projektbasierte OKRs.
Projektbasierte OKRs gewährleisten die Ausrichtung spezifischer Projektziele auf übergeordnete Unternehmensziele. Dadurch wird gewährleistet, dass einzelne Projekte zur übergeordneten strategischen Ausrichtung der Firma beitragen.
Quartals-OKRs, Jahres-OKRs oder rollierende OKRs.
Der Zeitraum für OKRs ist flexibel und richtet sich nach den Bedürfnissen der Organisation. Quartals-OKRs sorgen für kurzfristigen Fokus, Jahres-OKRs geben langfristige Orientierung, und rollierende OKRs ermöglichen eine kontinuierliche Prüfung und Anpassung.
Funktionsübergreifende OKRs.
Funktionsübergreifende OKRs umfassen mehrere Abteilungen oder Teams, die auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, Silos aufbrechen und die bereichsübergreifende Abstimmung und Zusammenarbeit fördern.
OKR-Beispiele.
OKRs können von Unternehmen zu Unternehmen variieren. Hier sind einige Beispiele aus verschiedenen Branchen, die euch als Inspiration für eure eigenen OKRs dienen können:
Wichtige Ergebnisse:
- Eine Kunden-Community-Strategie auf Basis von Best Practices erstellen.
- 60 Artikel im Quartal veröffentlichen und mehr als 6.000 Seitenbesuche erzielen.
- 30 % unserer Kundinnen und Kunden zur Teilnahme an der Community bewegen.
Wichtige Ergebnisse:
- 12 Branchenexpertinnen und -experten und Vordenker und Vordenkerinnen im Q1 kontaktieren.
- Führen von Interviews mit ihnen und Veröffentlichen der Interviewartikel auf unserer Community-Website.
- Recherche und Veröffentlichung eines Branchenberichts sowie von Infografiken für die Community.
CEO-Ziel: Unser Geschäft ausbauen.
Wichtige Ergebnisse:
- Umsatz auf 3 Mio. USD steigern.
- Das neue Produkt veröffentlichen.
- Abwanderung auf <5 % pro Jahr durch Customer Success verringern.
PR- und Analystenziel: starke Beziehungen aufbauen.
Wichtige Ergebnisse:
- Zwei Analystenbriefings im 1. Quartal abschließen.
- Anträge für Analystenberichte einreichen.
- Zwei Analystinnen bzw. Analysten in unseren Webinaren zu Gast haben.
- Zwei Analystengespräche durchführen und über die Neuigkeiten zur Produkteinführung informieren.
Wichtige Ergebnisse:
- Fünf neue, partnerorientierte Whitepaper bis Ende Q1 veröffentlichen.
- Sieben Webinare starten, um unsere Partner zu schulen.
- Ein Lunch & Learn-Event für Partner in fünf Städten durchführen.
Top-Firmenziel: Ausbau unseres globalen Unternehmensgeschäfts.
Wichtige Ergebnisse:
- Erreichen des globalen Umsatzziels des Unternehmens von 100 Millionen US-Dollar.
- Erreichen eines jährlichen Umsatzwachstums von 100 % in der EMEA-Region.
- Den durchschnittlichen Auftragswert der Firma um 30 % steigern (durch Upselling).
- Abwanderung auf weniger als 5 % jährlich reduzieren (durch Customer Success).
Ziel im Bereich Demand Generation: Unsere Kundenakquise optimieren.
Wichtige Ergebnisse:
- Den neuen Marketing-Automatisierungsprozess verbessern.
- Kundenakquisekosten im dritten Quartal um 20 % senken.
- Ein neues Excel-Modell mit Top-down- und Bottom-up-Ansätzen aufbauen, um den ROI zu analysieren.
Weitere Informationen zu OKR-Vorlagen.
Was ist der Unterschied zwischen OKR und KPI?
OKRs und KPIs (Leistungskennzahlen) sind in gewissem Maße miteinander verwandt, aber es gibt wichtige Unterschiede zwischen ihnen.
- OKRs sind ein übergeordnetes Framework zur Zielsetzung. Wie bereits erwähnt, bestehen sie sowohl aus einem Ziel als auch aus den dazugehörigen Schlüsselergebnissen.
- KPIs definieren die für den Erfolg in einem Unternehmen erforderlichen Faktoren. Ein Beispiel wäre: „Den Umsatz bis zum zweiten Quartal um 50 % steigern.“
Entscheidend ist, dass KPIs Teil von OKRs sind. Durch die Einbindung konkreter, umsetzbarer Kennzahlen passen KPIs nahtlos zu den Schlüsselergebnissen.