Vor nicht allzu langer Zeit gab es einen kleinen Urknall. Plötzlich ist KI in aller Munde und für jeden zugänglich. Die Entwicklung ist rasend schnell, die Funktionen und Fähigkeiten erweitern sich ständig und dann diese Momente, in denen man denkt, … das hätte ich nicht erwartet, WOW!
Was ist passiert? Plötzlich ist KI kein Thema nur für IT´ler, Wissenschaftler und Programmierer. Die Benutzung mit natürlicher Sprache anstelle von Code ermöglicht eine Zugänglichkeit für jeden. Jeder kann plötzlich Bilder generieren, Designs erschaffen und programmieren. Wird dadurch jeder zum Künstler, Designer oder Programmierer? Was macht diese Technologie mit uns und was machen wir mit ihr?
Ein WOW entsteht für uns in der BSH, der Hausgeräte-Sparte von Bosch, nach einem Prozess: „Experiment, Evolve, WOW“. Wir nehmen uns ein Ziel, ein Target und experimentieren, inwieweit uns KI entlang der bisherigen Wertschöpfungskette unterstützen kann. Meist geht es darum, Dinge, die wir heute schon tun oder erstellen (um z.B. eine Kampagne zu starten), schneller und effizienter zu tun - quasi ein Imitieren des Hier und Jetzt mit KI, denn genau darin liegt die ihre Stärke. KI kann sehr große Mengen an Informationen rekombinieren und interpretieren. Und das in einer unglaublichen Geschwindigkeit, aber immer auf Basis existierender Informationen, den Trainingsdaten der KI.
Hier braucht es Experten und Profis u.a. in den Bereichen Marketing und Design, um mit den neuen Möglichkeiten zu experimentieren und die neuen Tools kontrolliert einzusetzen und sie mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen zu kombinieren. Ein hybrider Ansatz, eine Symbiose aus KI und HI (Human Intelligence). Die Experten sind aber auch nötig, um die Ergebnisse zu bewerten und sicherzustellen, dass sie begeistern werden und nicht in der großen Mittelmäßigkeit enden, die entstehen kann.
Um GenAI wirklich nutzbar zu machen, starten wir nie mit einer perfekt durchdachten Lösung, sondern immer mit Neugier. Jeder Versuch, der daraus folgt, ist ein Experiment mit Lernerfolg und damit ein Baustein in einem iterativen Prozess, der uns mit jeder Umdrehung eine Stufe nach oben bringt. Wir probieren aus, evaluieren, skalieren oder verwerfen. Dabei nutzen wir das Enablement von KI ganz bewusst und befähigen sowie ermutigen unsere Kolleg*innen aus Marketing und Design, selbst mit KI zu arbeiten.
Dafür haben wir einen Rahmen geschaffen: Wir starten mit einem Briefing, dem zwei Wochen folgen, in denen unsere Mitarbeitenden Gelegenheit haben, eigene Ansätze auszuprobieren und zu testen. Erst danach folgt der erste Review im Team. Damit schaffen wir gleichermaßen Vertrauen in die Technologie und Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, mit dieser Technologie vertraut zu werden und Probleme zu lösen. Mit KI arbeiten kann nur, wer KI selbst erlebt.
Der nächste wichtige Schritt in unserer KI-Entwicklung ist die Skalierung über Vertrauen: Use Cases zu definieren und auszuprobieren, ist das eine. Spannend wird es aber erst, wenn wir diese Use Cases in Abteilungen oder gleich im ganzen Unternehmen ausrollen können, weil unsere Mitarbeitenden auf ihre Fähigkeit und Leistung vertrauen. Vom Use Case zum skalierbaren Workflow – das ist unsere Wegbeschreibung bei KI-Projekten.