Die Kundenprofilierung ist äußerst nützlich, aber es kann euch schwierig erscheinen, wenn ihr eure Zielgruppe noch nie profiliert habt. Befolgt diesen sechsstufigen Prozess, um ein klares, aussagekräftiges Kundenprofil als Grundlage für eure Marketing- und Vertriebsaktivitäten zu erstellen:
Daten sind die Grundlage jedes Kundenprofils. Deshalb sind 84 % aller Kundenservice-Verantwortlichen der Meinung, dass Kundendaten und Analysen sehr wichtig sind. Um mit dem Anlegen von Kundenprofilen zu starten, sammelt und analysiert eure verfügbaren Kundendaten.
Es kann schwierig sein, all diese Informationen manuell zu verarbeiten, besonders wenn ihr viele Kundinnen und Kunden habt. Zum Glück kann euch die richtige Software helfen, die Daten zum Erstellen dieser Kundenprofile zu erfassen, zu aggregieren und zu analysieren. Lösungen wie Adobe Experience Platform bieten ein Customer Relationship Management zur Speicherung dieser wichtigen Kundendaten und leiten euch durch einen strukturierten Prozess zur Erstellung von Kundenprofilen.
2. Identifiziert demografische Daten eurer Kundschaft.
Sobald ihr mit dem Logging von Kundendaten in einem Customer Relationship Management startet, solltet ihr demografische Merkmale sammeln, die ihr zum Aufbauen von Kundenprofilen verwenden könnt. Mit diesen Datenpunkten könnt ihr eure Kundendaten effizienter auswerten.
- Grundlegende demografische Informationen: Startet zuerst mit grundlegenden Informationen über eure Kunden. Dazu gehören Datenpunkte wie geografischer Standort, Branche, Berufsbezeichnung, Geschlechtsidentität, Alter und Gerätepräferenzen.
- Verhalten: Analysiert als nächstes typische Verhaltensweisen eurer Kundinnen und Kunden, die ihre Kaufentscheidungen beeinflussen können. Dazu gehören Informationen über den Lebensstil der Kundschaft, wie zum Beispiel ihre sozioökonomische Klasse oder ihre Einkaufsvorlieben.
- Einstellung und Denkweise: Hier geht es um die Einstellung und das Mindset eurer Zielgruppe. Tragt Informationen zu den Werten, Interessen, Sorgen und Bedenken eurer Kundschaft zusammen, um eure Profile zu vervollständigen.
3. Verwendet eine Customer Journey Map.
Nachdem ihr nun grundlegende Informationen über eure Zielgruppe habt, dokumentiert genau, welche Schritte eure Leads unternehmen, um Kundinnen und Kunden zu werden. Hierzu erstellt ihr eine Customer Journey Map, eine visuelle Darstellung der häufigsten Touchpoints, die Leads mit eurer Firma vor dem Konvertieren haben.
Customer Journey Maps zeigen die Journey eurer Kundschaft – von der ersten Marketing-Begegnung über den Kaufprozess und den Kundendienst bis hin zur Stammkundschaft. Das Abbilden der Customer Journey verschafft euch ein tiefes Verständnis eurer Zielgruppe, das ihr nutzen könnt, um ein effektiveres Profil zu erstellen.
4. Schaut euch das Feedback an.
Quantitative Daten sind nützlich, aber es ist auch hilfreich, Meinungen eurer Kunden und Kundinnen einzuholen. Mithilfe des Feedbacks erhaltet ihr wertvolle Informationen über die Erwartungen, Probleme und Motivationen eurer Kundschaft. Stimmt euer Marketing, Produktfunktionen und den Kundendienst genau auf die Erwartungen eurer Zielgruppe ab.
Ihr könnt auf verschiedene Arten Kundenfeedback einholen. Falls ihr derzeit nur wenige Kundendaten in eurem Customer Relationship Management habt, schaut euch bei der Konkurrenz um. Das ist zwar nur eine indirekte Feedback-Quelle, aber ihr könnt in den sozialen Kanälen und auf Bewertungsseiten eurer Konkurrenten sehen, wie deren Kunden mit ihnen interagieren. Achtet besonderes auf geäußerte Beschwerden.
Ihr findet auch Feedback in euren eigenen Rezensionen. Wie bewerten euch eure Kundinnen und Kunden bisher? Sucht nach gemeinsamen Themen in euren Bewertungen, um ähnliche Anregungen, Herausforderungen und Verhaltensweisen zu erkennen.
Außerdem könnt ihr Kundenfeedback einholen, indem ihr Umfragen und Interviews durchführt. Formuliert Fragen basierend auf dem, was ihr bereits über eure Kundinnen und Kunden wisst, um eventuelle Wissenslücken zu schließen. Versendet digitale Umfragen per E-Mail, um Reaktionen zu erhalten. Am besten haltet ihr diese Umfragen kurz und konzentriert euch auf das Wesentliche. Wenn ihr detailliertere Informationen wünscht, bietet ausgewählten Kundinnen und Kunden eine Aufwandsentschädigung für kurze Online-Interviews an. Das erfordert mehr Zeit, aber im direkten Gespräch erhaltet ihr ein umfassenderes Bild eurer Zielgruppe.
5. Erstellt Kundenprofile.
Nachdem ihr nun ein klareres Bild davon habt, wer eure Kunden sind, ist es an der Zeit, eure Kundenprofile zu erstellen.
Jedes eurer Kundenprofile sollte mindestens folgende Daten enthalten:
- Titel: Ihr richtet euch an Fachkräfte in einem Unternehmen, könnt also eine Berufsbezeichnung hinterlegen.
- Altersbereich: Nicht alle eure Kundinnen und Kunden sind gleich alt, aber ihr könnt hier ein ungefähres Alter auswählen. Ihr könnt zum Beispiel erfahrene Fachkräfte im Alter von 45 bis 65 Jahren als Zielgruppe wählen.
- Bildungsniveau: Gebt den Bildungsabschluss der Personen an. Das kann das Abitur sein, ein Bachelor- oder Master-Abschluss oder ein Doktortitel. Außerdem solltet ihr angeben, ob die Personen eine spezielle Zertifizierung oder Lizenz besitzen.
- Kaufmuster: Dauert es bei dieser Person Wochen, bis sie eine Entscheidung trifft, und zwar erst nach Rücksprache mit einer größeren Gruppe? Oder trifft sie schnell eigene Entscheidungen? Zudem müsst ihr die durchschnittlichen Verkaufswerte und die Einkaufshäufigkeit berücksichtigen, um die Kaufmuster eurer Kundschaft zu verstehen.
- Problembereiche: Euer Unternehmen ist dafür da, Kundenprobleme zu lösen. Indem ihr diese „Schmerzpunkte“ (Pain Points) im Kundenprofil auflistet, habt ihr die Bedürfnisse eurer Kundschaft immer im Blick.
- Eignung von Produkten oder Services: Euer Unternehmen bietet wahrscheinlich verschiedene Produkte und Services an. Legt in euren Kundenprofilen fest, welche Angebote sich am besten eignen, um die Probleme eurer Kundschaft zu beheben. So kann euer Team für jede Kundin und jeden Kunden die relevantesten Botschaften erstellen.
Sobald ihr euer Kundenprofil erstellt habt, teilt es mit euren Marketing-, Vertriebs- und Kundendienstteams. Für sie ist das Profil ein nützliches Tool zum Optimieren der Kampagnenbotschaften und anderer Aspekte, bis hin zum Timing.
6. Aktualisiert Kundenprofile regelmäßig.
Es erfordert intensive Recherchen und Arbeit, um detaillierte Kundenprofile zu erstellen. Die Erstellung eines Profils und seine Aktivierung sind aber zwei verschiedene Vorgänge. Testet es mit einem erstellen Profil. Das ermöglicht euch, kleinere Anpassungen vorzunehmen und die Qualität des Profils zu verbessern, bevor es unternehmensweit eingeführt wird.
Auch wenn ihr wahrscheinlich großen Nutzen aus diesem Profil zieht, müsst ihr euch bewusstmachen, dass es nicht statisch ist. Eure Kundschaft, euer Unternehmen, eure Branche und eure Services verändern sich im Laufe der Zeit – deshalb ist es wichtig, Kundenprofile regelmäßig zu aktualisieren. Regelmäßige Aktualisierungen helfen eurem Unternehmen, relevant zu bleiben und sich auf die richtige Zielgruppe zu konzentrieren.
Lasst nicht zu, dass diese Profile im Laufe der Zeit veralten, sondern bestimmt einen festen Zeitpunkt, zu dem euer Team sie überprüft. Das kann ein oder zweimal jährlich passieren oder quartalsweise. Tragt diese Termine jetzt in den Kalender ein, damit euer Team daran denkt, diese Profile so oft wie nötig zu aktualisieren.