Wenn ihr Projekte steuert, habt ihr sicherlich schon von den weitreichenden Vorteilen agiler Methoden gehört. Dieser Ansatz befähigt Teams, Kunden- bzw. Client-Bedürfnisse wirklich zu verstehen und kontinuierlich wertvolle Ergebnisse zu liefern, indem die Arbeit in kleinere, iterative Zyklen aufgeteilt wird.
Dennoch kann die Navigation durch das Vokabular des modernen Projekt-Managements verwirrend sein. Eine häufige Frage betrifft den genauen Unterschied zwischen Agile und Scrum.
Dieser Blog-Artikel behandelt:
Der Unterschied zwischen Agile und Scrum.
Der Hauptunterschied zwischen Agile und Scrum liegt darin, dass Agile, auf Deutsch Agil bzw. agil und hier im Folgenden im Wechsel verwendet, eine umfassende Projekt-Management-Methode ist, während Scrum ein spezifisches Framework darstellt, das den agilen Ansatz umsetzbar macht.
Agil ist eine übergreifende Denkweise oder ein Wertesystem für Projekt-Management. Es fördert kontinuierliche Verbesserung, Flexibilität, Effizienz und die Fähigkeit von Teams, sich schnell an aktuelles Benutzer-Feedback anzupassen.
Scrum ist ein konkretes Set von Prozessen und Praktiken, das Teams ermöglicht, agil zu arbeiten. Es ist eine Sache, Flexibilität und Effizienz als Projekt-Management-Ziele zu verfolgen, und eine andere, sie konsequent in der Praxis umzusetzen. Scrum bietet ein strukturiertes, aber anpassungsfähiges Framework, das Teams dabei hilft, die agile Philosophie täglich zu implementieren.
Was ist agiles Projekt-Management?
Agil ist eine Projekt-Management-Philosophie, die sich auf iterative und schrittweise Entwicklung konzentriert. Sie schlägt vor, große, komplexe Projekte in kleinere, handhabbare Teile zu unterteilen. Diese kleineren Einheiten können häufig entwickelt, getestet und bereitgestellt werden, was frühes und kontinuierliches Feedback ermöglicht. Ein Kern-Grundsatz von Agil ist die regelmäßige Interaktion mit funktionsübergreifenden Teams und Stakeholdern, um sicherzustellen, dass nachweisbarer Wert früh und oft geliefert wird.
Agile Teams arbeiten eng mit Kunden bzw. Clients und Stakeholdern (Teilhabende bzw. Anspruchsberechtigte) zusammen, um kontinuierlich Anforderungen zu sammeln und sicherzustellen, dass abgeschlossene Aufgaben die Erwartungen aller erfüllen. Ein Schlüssel-Vorteil des schnelleren Erreichens dieser kleineren Meilensteine und ihrer Validierung mit Nutzenden ist, dass Teams bei Bedarf schnell umsteuern können und sich an Marktveränderungen oder neue Erkenntnisse anpassen.
Kunden und Stakeholder spielen ebenfalls eine aktive Rolle bei der Priorisierung neuer Features oder Arbeitsaufgaben, indem sie Input zum Produkt-Backlog liefern. Diese kontinuierliche Zusammenarbeit stellt sicher, dass agile Teams ihre Anstrengungen auf Aufgaben konzentrieren, die die höchsten aktuellen Prioritäten für Endbenutzende darstellen und somit den gelieferten Wert maximieren.
Ein weiteres Schlüsselelement der agilen Methoden ist die Betonung funktionierender Software gegenüber umfangreicher Dokumentation. Während der Mangel an umfassender Vorab-Dokumentation neue Team-Mitglieder zunächst herausfordern könnte, ermöglicht es agilen Teams, mehr Zeit für Entwicklung und Reaktionsfähigkeit aufzuwenden, was letztendlich zu schnelleren Deployments und größerer Agilität bei der Reaktion auf Änderungen führt.
Während Agile in der Softwareentwicklung an Bedeutung gewann, werden seine Prinzipien heute branchenübergreifend angewendet. In einer Agile-first Organisation fördert die Führungsebene eine Kultur der schrittweisen Verbesserung, transparenten Kommunikation und Team-übergreifenden Zusammenarbeit. Bereiche von Bildung und Verwaltung bis hin zu Marketing und Fertigung haben erfolgreich die Vorteile von Agile genutzt, um Effizienz und Innovation voranzubringen.
Was ist Scrum?
Scrum ist ein spezifisches, schlankes agiles Framework, das darauf ausgelegt ist, Produkte in kürzestmöglichen Zyklen zu veröffentlichen. Es bietet die umsetzbare Struktur, die Teams befähigt, die agile Philosophie effektiv umzusetzen.
Scrum definiert spezifische Regeln, Events und Team-Rollen, die agile Ideale greifbar machen. In Scrum arbeiten Entwicklungs-Teams in kurzen, zeitlich begrenzten Iterationen, den Sprints, zusammen, die typischerweise ein bis vier Wochen dauern. Während jedes Sprints konzentriert sich das Team darauf, einen kleinen Arbeitsbereich abzuschließen, der zu einem breiteren Projektziel beiträgt. Jede Aufgabe stammt aus einem Produkt-Backlog – einer priorisierten Liste von Anfragen interner und externer Stakeholder –, der zu Beginn jedes Sprints überprüft und verfeinert wird, um sich an sich entwickelnde Endbenutzer-Prioritäten anzupassen. Scrum-Sprints sind so effektiv, dass der Begriff „Agile Sprints“ weitgehend synonym mit iterativen Arbeitszyklen im Allgemeinen geworden ist.
Scrum-Team-Rollen umfassen Scrum-Master, Product-Owner und Development-Team.
- Der Scrum-Master fungiert als Moderator und Coach, leitet wichtige Meetings wie Sprint-Planung, tägliche Stand-ups, Sprint-Reviews (Produktdemos) und Retrospektiven und beseitigt dabei Hindernisse für das Team.
- Der Product-Owner bestimmt, woran das Entwicklungs-Team arbeitet, ist verantwortlich für die Einreichung detaillierter Anfragen für neue Features und überprüft, ob abgeschlossene Arbeit definierte Anforderungen und Qualitätsstandards erfüllt.
- Das Development-Team ist eine sich selbstorganisierende, funktionsübergreifende Gruppe, die für die Bereitstellung des Arbeitsfortschritts in jedem Sprint verantwortlich ist. Sie präsentiert die Ergebnisse jedes Sprints dem Product-Owner und anderen Stakeholdern.
Ein weiterer Baustein des Scrum-Frameworks, der nahezu synonym mit der umfassenderen agilen Methode geworden ist, ist das tägliche Stand-up-Meeting oder Daily Scrum. In diesen kurzen, fokussierten Meetings überprüft das Entwicklungs-Team schnell, was es am Vortag erreicht hat, was es an diesem Tag schaffen möchte und welche Hindernisse auftreten könnten.
Scrum umfasst auch ein Sprint-Retrospektive-Meeting, bei dem das gesamte Team gemeinsam über den gerade abgeschlossenen Sprint reflektiert – dabei identifiziert es, was gut gelaufen ist und was im folgenden Sprint verbessert werden könnte. Wenn ein neuer Sprint beginnt, findet ein Sprint-Planungs-Meeting statt, um die Aufgaben für den kommenden Zyklus auszuwählen und sich darauf festzulegen.
Der Wert der systematischen Prozesse von Scrum liegt in der Fähigkeit sicherzustellen, dass alle abgestimmt, transparent und fokussiert bleiben. Das hilft Kunden, die gewünschten Ergebnisse in einem definierten Zeitrahmen zu erzielen, während gleichzeitig der entscheidende Spielraum für notwendige Änderungen bleibt, die im Laufe des Projekts auftreten können.
Weitere häufig verwechselte Projekt-Methoden.
Viele andere Projekt-Methoden werden häufig mit Agile oder Scrum verwechselt. Schauen wir uns zwei der gängigsten an, die unterschiedliche Ansätze bieten.
Scrum vs. Kanban.
Genau wie Scrum ist Kanban ein weiteres beliebtes agiles Framework. Der Hauptunterschied besteht darin, dass Kanban einen visuellen Workflow betont, um den Fortschritt eines Teams kontinuierlich zu verwalten und zu präsentieren. Auf einer Kanban-Pinnwand wird jeder Teil der Arbeit, eine Aufgabe oder User Story, durch eine Karte dargestellt. Die Pinnwand hat auch Spalten zur Kennzeichnung des Aufgabenstatus – zum Beispiel To Do, In Bearbeitung, Testing, Erledigt. Während das Team an jeder Aufgabe arbeitet, wandert die entsprechende Karte in die nächste Spalte bis zur Fertigstellung.
Anstatt eine feste Anzahl von Aufgaben in einen Sprint zu ziehen, wie es bei Scrum gemacht wird, etabliert Kanban Work-in-Progress (WIP)-Limits – eine maximale Anzahl von Karten, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in jeder Spalte sein können. Wenn ein Team diese Quote bereits erreicht hat, kann es keine weitere Arbeit aus dem Projekt-Backlog abrufen, bis die aktuelle laufende Arbeit abgeschlossen ist, was einen Fokus auf Fluss und Fertigstellung erzwingt.
Im Gegensatz zu Scrum hat Kanban keine vordefinierten Team-Rollen, Sprints mit fester Länge oder obligatorische Team-Meetings – obwohl viele Kanban-Teams immer noch tägliche Stand-ups abhalten. Kanban-Team-Mitglieder arbeiten zusammen, um Aufgaben in einem bedarfsorientierten, Pull-basierten System zu liefern, was kontinuierlichen Fluss und Flexibilität ermöglicht.
Agile vs. Wasserfall.
Wasserfall oder Waterfall ist eine traditionellere, lineare Form des Projekt-Managements, die sich durch festen Umfang, Zeitplan und Budget auszeichnet – und sich damit grundlegend von Agile unterscheidet. Anders als Scrum und Kanban ist Wasserfall keine agile Projekt-Management-Strategie. Es verfolgt einen Top-down-Ansatz, sammelt alle Client-Anforderungen im Voraus und erstellt einen umfassenden, detaillierten Projektplan, bevor die Entwicklung beginnt. Wasserfall-Stakeholder sind normalerweise nicht aktiv am Entwicklungsprozess beteiligt, bis die wichtigsten Ergebnisse zur Prüfung erreicht sind.
Anstatt kleine Arbeitseinheiten schnell zu liefern, konzentriert sich Wasserfall darauf, das gesamte Projekt abzuschließen, was Monate oder sogar Jahre dauern kann. Diese Methode priorisiert eine umfassende Planung, bevor die Arbeit beginnt, mit dem Ziel, die Notwendigkeit von Änderungen oder Updates auszuschließen, sobald die Entwicklung läuft. Die Einhaltung eines festen Umfangs bedeutet, dass Wasserfall-Projekte sequenziell und vorhersagbar geliefert werden.
Während Agile kontinuierliche Tests während iterativer Zyklen betont, schiebt Wasserfall die Qualitätssicherung normalerweise ans Ende des Projekts, nachdem alle Entwicklungsphasen abgeschlossen sind. Obwohl dies Entwickelnde auf die ursprünglichen Anforderungen fokussiert halten kann, kann es zu längeren und kostspieligeren Korrekturen führen, wenn bedeutende Fehler oder Probleme spät im Projektlebenszyklus entdeckt werden.
Die Wasserfall-Methode eignet sich generell gut für Projekte mit sehr stabilen und klar definierten Anforderungen oder solche mit strengen regulatorischen Compliance-Anforderungen. Agile Methoden werden hingegen bevorzugt, um Teams mehr Flexibilität zu gewähren, besonders wenn sich Anforderungen voraussichtlich weiterentwickeln.
Wann Scrum vs. andere agile Methoden einsetzen.
Scrum passt hervorragend zu Teams, die von Struktur, Routine und regelmäßigen Checkpoints profitieren. Ihr könntet Scrum wählen, wenn:
- Anforderungen sich wahrscheinlich weiterentwickeln: Die iterativen Zyklen von Scrum machen es einfach, sich anzupassen, wenn sich Prioritäten verschieben.
- Euer Team ist funktionsübergreifend und kollaborativ: Scrum funktioniert am besten, wenn Designer, Entwicklungs-Team und Product-Owner eng zusammenarbeiten, um gemeinsame Sprint-Ziele zu erreichen.
- Ihr bevorzugt zeitlich begrenzte Arbeit: Die definierten Sprint-Zyklen und klaren Zeremonien von Scrum helfen Teams, fokussiert und aufeinander abgestimmt zu bleiben.
- Stakeholder-Feedback ist essentiell: Scrum baut Gelegenheiten ein, wie Sprint-Reviews, für regelmäßigen Input und Kurskorrekturen.
Dennoch ist Scrum nicht immer die richtige Wahl. Andere agile Ansätze, wie Kanban oder Lean, können effektiver sein, wenn:
- Eure Arbeit läuft kontinuierlich ab: Wenn Aufgaben unvorhersehbar anfallen, bietet Kanban möglicherweise mehr Flexibilität.
- Ihr braucht minimalen Prozess-Overhead: Teams mit unterschiedlichen Aufgabentypen oder begrenzter Zeit für Zeremonien bevorzugen möglicherweise die schlankere Struktur von Kanban.
- Euer Team ist nicht vollständig funktionsübergreifend: Wenn Team-Mitglieder unabhängig arbeiten oder sich nicht zur vollständigen Sprint-Teilnahme verpflichten können, ist ein Hybrid-Ansatz wie Scrumban möglicherweise die bessere Option.
- Projekte sind kurzfristig oder unkompliziert: Für schnelle Arbeitsergebnisse kann ein vollständiges Scrum-Framework mehr sein, als ihr braucht.
Letztendlich ist Scrum ideal, wenn ihr Struktur, Vorhersagbarkeit und enge Zusammenarbeit wollt. Aber Agile ist von Grund auf flexibel – wählt den Ansatz, der zum Rhythmus eures Teams und zur Art und Weise eurer Arbeit passt.
Erste Schritte mit agilem Scrum.
Während die Begriffe Agile und Scrum oft verwechselt werden, kann das Verständnis ihrer hierarchischen Beziehung euch dabei helfen, die effektivste Projekt-Management-Strategie für euer Team zu entwickeln. Durch die Übernahme des methodischen Rahmens von Scrum weiß jeder, woran er arbeiten soll. Dadurch wird sichergestellt, dass die richtige Arbeit zur richtigen Zeit geliefert wird. Entscheidend ist, dass der eigene Ansatz genügend Flexibilität bietet, um Probleme anzugehen oder notwendige Korrekturen in einem nachfolgenden Sprint vorzunehmen, was eine kontinuierliche Verbesserung unterstützt.
Wenn ihr bereit seid, die Scrum-Methode zu implementieren, dann kann Adobe Workfront helfen. Workfront konsolidiert eure gesamte Arbeit auf einer zentralen Plattform und bietet allen einen Arbeitsbereich, um Ideen zu teilen, Fortschritte transparent zu messen und zu verfolgen sowie komplexe Prozesse in handhabbare Teile zu zerlegen. Mit Workfront fällt es euch leichter, Aufgaben zu priorisieren, nahtlos mit Stakeholdern zusammenzuarbeiten und die Abstimmung über alle Teams und Abteilungen hinweg sicherzustellen.
Seht, wie Workfront euer Projekt-Management revolutionieren und eure agilen Scrum-Initiativen unterstützen kann.
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