Ein Leitfaden für Andon in der schlanken Fertigung.

Using Andon in Lean methodology

Für viele Unternehmen in der Fertigungsbranche, die ihre Gewinnspannen steigern möchten, steht die Effizienz im Mittelpunkt. Deshalb suchen sie nach Möglichkeiten, wie sie ihre Abläufe in großem Maßstab optimieren können. Eine Möglichkeit dazu bietet das Prinzip der schlanken Fertigung (Lean Manufacturing). Dieser Prozess zur Steigerung der Produktivität minimiert gleichzeitig die Verschwendung von Material, Zeit und Energie.

Obwohl die Implementierung dieses Prinzips spezielle Ressourcen und genaue Kenntnisse der Abläufe erfordert, nutzen fast 70 % der Fertigungsunternehmen eine Version dieses Verfahrens wegen seiner enormen Vorteile.

Einer der zentralen Prozesse bei der schlanken Fertigung ist Andon, ein System mit einer breiten Anwendungsbasis in der Branche. Insbesondere bei der Produktion kann Andon zur Minimierung wiederkehrender Probleme, zur Senkung der Fertigungskosten sowie zur Verkürzung der Bearbeitungszeiten eingesetzt werden.

Andon kann eure Prozesse bei Initiativen zur schlanken Fertigung verbessern und euren Teams die Möglichkeit geben, die Befehlskette effektiver zu gestalten. In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf Andon und zeigen auf, wie ihr damit eure schlanken Fertigungsprozesse optimieren könnt.

In diesem Beitrag werden die folgenden Themen behandelt:

Was ist Andon?

Andon (japanisch für „Licht“) ist ein Signalisierungssystem, das Beschäftigte und Team-Mitglieder über Probleme informiert, die eine ganze Produktionslinie betreffen können. Das System wurde im Toyota-Produktionssystem erstmals verwendet und bot den Beschäftigten die Möglichkeit, einander über eine Reihe von Lichtsignalen über bestimmte Situationen zu informieren.

Die Besonderheit von Andon besteht darin, dass die einzelnen Team-Mitglieder auf Fehler hinweisen und sogar die Produktion stoppen können, um größere Probleme zu verhindern.

Welche Andon-Arten gibt es?

Grundsätzlich gibt es zwei Haupttypen von Andon, die sich in ihrem Einsatzbereich unterscheiden: manuell und automatisch.

Manuell.

Ein manuelles Andon ist ein physisches Element auf einer Produktionslinie, das von Beschäftigten ausgelöst wird, um ein Problem zu melden. Häufig sind das Seile oder Züge, die in regelmäßigen Abständen über den Fließbandstationen von der Decke hängen.

Sobald Beschäftigte ein Problem feststellen, können sie schnell am Seil ziehen und die anderen Team-Mitglieder darüber informieren. Das mit einem Schalter verbundene Seil aktiviert eine entsprechende Lampe, die andere Mitarbeitende veranlasst, die Produktionslinie zu stoppen, um weitere Fehler zu verhindern. Das Ziel besteht darin, dass sich alle Betroffenen versammeln und gemeinsam das Problem besprechen und lösen. Sobald alles wieder in Ordnung ist, wird das Seil ein weiteres Mal gezogen, damit die Produktion fortgesetzt wird.

Automatisch.

Wie der Name impliziert, wird ein automatisches Andon von einem Sensor in der Produktionslinie ausgelöst, der Anomalien erkennt und die Beschäftigten informiert. Ein automatisches Andon erfordert kein menschliches Eingreifen, sondern ist stets aktiv und benötigt nur dann Personal, wenn ein Problem behoben werden muss.

Auf welche Weise ein automatisches Andon auf ein Problem hinweist, hängt von der Produktionslinie ab. Systeme können so konfiguriert werden, dass sie physische Indikatoren wie Lichtsignale auslösen oder digitale Meldungen wie E-Mails bzw. Textnachrichten versenden, um Verantwortliche und Vorgesetzte zu informieren. Durch die Automatisierung des Prozesses können die Produktionslinien das technische Personal entlasten.

Andon ist eine wichtige Komponente der schlanken Fertigung, die eine Verbesserung der Kommunikation zwischen Team-Mitgliedern sowie effizientere Produktionslinien ermöglicht. Durch die Lösung kleinerer Probleme direkt bei ihrem Auftreten können Hersteller die Verschwendung von Zeit und Material minimieren sowie ihre Produktions- und Vertriebsziele einfacher erreichen.

Andon-Farben.

Die bei einem Andon verwendeten Farben weisen auf unterschiedliche Betriebszustände hin. Üblicherweise entsprechen sie den Ampelfarben, obwohl euer Unternehmen auch beliebige andere Farben nutzen kann. Hier ein Überblick über die Farben und ihre typische Verwendung:

Grün.

Wenn die Prozesse normal ablaufen, steht das Andon auf Grün. Das bedeutet, dass es keine zu lösenden Hindernisse bei der Produktion gibt.

Gelb.

Wenn ein potenzielles unkritisches Problem auftritt, wird das Andon auf Gelb gesetzt. Dadurch wird das Team darüber informiert, dass eine Gefährdung des Produktionsprozesses erkannt wurde, die untersucht werden sollte. Diese Farbe wird für kleinere Probleme verwendet, für deren Lösung es nicht notwendig ist, die Produktion vollständig zu unterbrechen.

Rot.

Die Farbe Rot signalisiert, dass ein kritisches Problem oder ein Defekt entdeckt wurde, der die gesamte Produktionslinie betrifft und sofortige Aufmerksamkeit erfordert. Die Produktion wird unterbrochen, während die Technikerinnen und Techniker den Fehler untersuchen und beheben. Wenn niederschwellige gelbe Probleme nicht sofort effektiv gelöst werden, können sie einen roten Status erreichen.

The Andon color system

Vorteile von Andon.

Andon ist ein Element der Produktionskommunikation, das für die Fertigung entwickelt wurde und klare Vorteile bietet. Probleme werden sofort entdeckt und behoben, was zusätzliche Effizienzen schafft und Ressourcen bedarfsgerecht bereitstellt. Hier einige weitere wichtige geschäftliche Vorteile von Andon:

Nutzung von Andon in der schlanken Fertigung.

Andon ist eine von vielen Komponenten bei der schlanken Fertigung, einem umfassenden Produktionsprozess, der die Erledigung von Aufgaben effizienter machen soll. Andon fällt in die Kategorie der visuellen Verwaltung und bietet Teams Kontrollen zum Melden des Status sowie zum Wecken der Aufmerksamkeit.

Die schlanke Fertigung legt ihren Schwerpunkt auf die Vermeidung von Verschwendung sowie die Steigerung der Effizienz bei allen Aspekten – von zusätzlichem Material über unnötige Bewegungen bis hin zu Wartezeiten. Auch wenn es unlogisch klingt, dass das Stoppen einer Produktionslinie über ein Andon effizienter sein soll, besteht das Ziel im umgehenden Ermitteln und Lösen von Problemen, damit diese sich nicht auf die übrige Produktion auswirken und zu noch mehr Verschwendung führen.

Andon-Signale sind eine Investition in die Vermeidung von Ressourcenverschwendung entlang der gesamten Produktionslinie. Auch wenn eine provisorische Lösung es möglich machen würde, eine Aktion wieder aufzunehmen oder weiterzuführen, wäre das nur vorübergehend und würde im weiteren Produktionsverlauf zu größeren Schäden führen. Andon setzt dauerhafte Problemlösungen für die gesamte Linie durch und verhindert, dass sich wiederholte Fehler auf die übrige Produktion übertragen.

Beispiele für den Einsatz von Andon.

Andon wird von einer Reihe bekannter Unternehmen eingesetzt, um die Prozesse auf Kurs zu halten und das Geschäftsergebnis zu verbessern.

Eingeführt wurde der Ansatz von Toyota, wo Andon und schlanke Fertigung bis heute in der Produktion eingesetzt werden. Bei dem Fahrzeughersteller kann das Andon die gesamte Fertigungslinie mithilfe einer Anzeige mit roten, gelben und grünen Leuchtsignalen bei entdeckten Problemen warnen. Alle Beschäftigten sind berechtigt, Fehler über Andon zu melden und bei vermuteten Qualitätsproblemen eine Produktionsunterbrechung anzufordern.

Ein weiterer großer Verfechter des Andon-Ansatzes ist Amazon. Der E-Commerce-Riese nutzt den Ansatz auf ganz andere Weise: Er hat schlanke Prozesse in sein Kunden-Service-Modell implementiert und nutzt ein automatisiertes Warnsystem, das eine Benachrichtigung ausgibt, wenn eine Kundin oder ein Kunde ein Problem mit einem Produkt oder einer Bestellung hat. Die Beschäftigten können ein virtuelles Licht aktivieren, das eine Bestellung stoppt, bis der Fehler behoben ist.

Bewertung eines Tools zur Implementierung von Andon in euren Produktionsprozessen.

Andon ist eine wichtige Komponente der schlanken Fertigung, die eine Verbesserung der Kommunikation zwischen Team-Mitgliedern sowie effizientere Produktionslinien ermöglicht. Durch die Lösung kleinerer Probleme direkt bei ihrem Auftreten können Hersteller die Verschwendung von Zeit und Material minimieren sowie ihre Produktions- und Vertriebsziele einfacher erreichen.

Zur Minimierung von Verschwendung bei der Produktion ist ein Andon jedoch nicht ausreichend. Beschäftigte und Projektleitende benötigen Tools, die ihre dynamischen Prozesse unterstützen und die alltäglichen Abläufe weiter optimieren. Sinnvoll ist daher der Einsatz einer Projekt-Management-Software, die implementierte Prozesse durch Kommunikation, Überwachung, Metriken und mehr verbessern kann.

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