Ein Projektstrukturplan oder PSP (auf Englisch jedoch WBS, Abkürzung für work breakdown structures) ist ein Tool, um die Arbeit, die in die Durchführung eines Projekts einfließt, aufzuschlüsseln. Ein großes Projekt kann einem schnell über den Kopf wachsen und Zweifel aufkommen lassen, wo man starten soll. Der Zweck einer Projektstrukturplans besteht darin, eine große Aufgabe in mehrere überschaubare Teilaufgaben zu unterteilen, damit ihr leichter bestimmen könnt, womit ihr zuerst beginnen solltet. Es ist wichtig, dass ein Projektstrukturplan die folgenden Elemente enthält:
- Zu erbringende Leistungen: Das sind die Ergebnisse, die mit eurer Arbeit erreicht werden sollen. Es kann eine einzelne final zu erbringende Leistung geben oder mehrere Ziele, die erreicht werden sollen. Unabhängig von der Größe des Projekts ist es sinnvoll, die zu erbringenden Leistungen frühzeitig festzulegen.
- Aufgaben: Dies sind die Aufgaben, die erledigt werden müssen, um die zu erbringenden Leistungen zu erreichen. Ein Projektstrukturplan hilft euch dabei, diese Aufgaben zu bestimmen, und jede Aufgabe wird dann auf eure spezifische Situation zugeschnitten. Aufgaben können von Dingen reichen, die ihr selbst erledigen müsst, bis hin zu solchen, die ihr an andere delegieren müsst.
- Unteraufgaben: Viele Aufgaben sind zu groß, um sie allein zu verwalten, und müssen daher weiter in Unteraufgaben aufgeschlüsselt werden. Theoretisch können Unteraufgaben in immer kleinere Unteraufgaben unterteilt werden, aber es gibt einen natürlichen Punkt, an dem es nicht mehr sinnvoll ist, eine Aufgabe weiter zu unterteilen.
Kurz gesagt, ein Projektstrukturplan ist eine Methode, mit der ihr ein Flussdiagramm aufbauen können, das alle zu erbringenden Leistungen in handhabbare Aufgaben umwandelt und eurem Team einen Leitfaden für die Entwicklung oder den Abschluss eines Projekts bietet.
Ein wichtiger Aspekt eines PSP ist das Verhältnis zwischen Struktur, Projektumfang, Zeitplan und Budget. Alle vier beeinflussen sich gegenseitig und bestimmen, was getan werden kann und was nicht. Ein straffer zweiwöchiger Zeitplan würde den Umfang einschränken – könnte jedoch dazu beitragen, das Gesamtbudget zu senken. Andererseits könnte ein großzügiges Budget es euch ermöglichen, zusätzliches Personal einzustellen, wodurch ihr den Umfang erweitern oder im gleichen Zeitraum mehr Aufgaben erledigen könnt.
Ein weiterer Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt, ist die 100 %-Regel. Diese Regel besagt, dass der Projektstrukturplan 100 % des Projektumfangs und der zu erbringenden Leistungen abdecken sollte. Anders ausgedrückt: Es sollte nichts außerhalb des Projektstrukturplans bleiben, und jeder Aspekt des Projekts sollte berücksichtigt werden, egal wie klein oder scheinbar unbedeutend er auch sein mag.
Leistungsbasierter vs. phasenbasierter Projektstrukturplan: Auswahl des richtigen Ansatzes.
Es gibt zwei unterschiedliche Ansätze, aus denen ihr wählen könnt – einen Ansatz basierend auf zu erbringender Leistung, der sich mit Fokus auf einzelne Aufgaben oder Teile des Projektumfangs richtet, oder einen phasenbasierten Ansatz, bei dem Projekte nach Timeline aufgeschlüsselt werden.
Zu erbringende Leistungen-basiert.
Ansätze auf Basis zu erbringender Leistungen sind im Projekt-Management am weitesten verbreitet. Ziel ist es, eine Visualisierung der Beziehung zwischen den zu erbringenden Leistungen des Projekts und dem Umfang der Arbeit zu erstellen. Dieser Ansatz hilft dabei, die Aufgaben in Unteraufgaben aufzuschlüsseln.
Vorteile:
- Fokus auf Ergebnisse. Die Struktur legt den Fokus auf die Endprodukte, wodurch der Fortschritt leichter nachverfolgt werden kann.
- Vereinfachtes Risiko-Management. Mögliche Risiken sind leichter zu erkennen, da sie bestimmten zu erbringenden Leistungen zugeordnet sind.
Nachteile:
- Gefahr der Ausweitung des Umfangs. Wenn zu erbringende Leistungen nicht klar definiert sind, kann zusätzliche Arbeit hinzukommen und zu Umfangsausweitung führen – das heißt, die zu erbringenden Leistungen nehmen über den ursprünglichen Plan und das ursprüngliche Budget hinaus zu.
- Überbetonung der zu erbringenden Leistungen. Wenn man sich ausschließlich auf die zu erbringenden Leistungen konzentriert, können wichtige Details in Bezug auf die Prozesse leicht übersehen werden.
Phasenbasiert.
Phasenbasierte Ansätze folgen typischerweise fünf zentralen Schritten: Initiierung, Planung, Ausführung, Steuerung und Abschluss. Sobald diese Phasen definiert sind, arbeitet das Projektteam zusammen, um die Aufgaben zu sortieren und der jeweiligen Phase zuzuweisen.