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Dropshipping: Rechtliche Herausforderungen

Was ist Dropshipping? Vorteile, Herausforderungen und erste Schritte.

Für Online-Händler, die ihre Fixkosten niedrig halten möchten, ist die sogenannte Dropshipping-Methode eine interessante Lösung. Die Zahl der Webshops, die diesen Direktversand nutzen, ist deshalb in den letzten Jahren stark angestiegen. Wer sich auf dem Dropshipping-Markt behaupten möchte, muss sich aus diesem Grund auf einen harten Konkurrenzkampf einstellen. 

 

Eine weitere Herausforderung, die diese Methode mit sich bringt, ist die kleine Gewinnspanne. Um diese Schwierigkeiten erfolgreich zu meistern, solltet ihr eine verlässliche E-Commerce-Plattform an eurer Seite haben, mit der ihr eure individuellen Dropshipping-Ziele erreichen könnt. 

 

Was euch erwartet:

 

Was ist Dropshipping?

Wer Produkte für seinen Onlineshop beschaffen möchte, muss nicht unbedingt in große Lagerhallen investieren. Dropshipping ist eine Retail-Strategie, bei der Händler die angebotenen Produkte nicht selbst lagern und versenden. Stattdessen leiten sie bei einer eingegangenen Bestellung die nötigen Informationen wie Artikelnummer, Lieferadresse und Bestelldatum an ein Drittunternehmen weiter, das die Bestellung dann im Namen des Händlers abwickelt. Oft sind solche Drittunternehmen entweder Großhändler oder aber der Hersteller des Produkts. 

 

Der Dropshipping-Prozess kann in fünf verschiedene Schritte unterteilt werden:

 

  • Ein Kunde gibt eine Bestellung bei einem Einzelhändler auf. 
  • Der Einzelhändler bearbeitet den Auftrag und leitet ihn an das Drittunternehmen (Lieferfirma) weiter.
  • Das Drittunternehmen empfängt die Bestellung des Einzelhändlers. 
  • Das Drittunternehmen verschickt die Bestellung. 
  • Der Kunde erhält seine Bestellung.

 

Der größte Unterschied zwischen Dropshipping und einer traditionellen Bestellabwicklung ist also, dass der Einzelhändler die angebotene Ware nicht lagert und sich auch sonst nicht um die physische Infrastruktur kümmern muss. Außerdem verändert diese Versandmethode die Beziehung zwischen der Lieferfirma und dem Einzelhändler von Grund auf. Händler bestellen Produkte nicht mehr beim Lieferanten, um diese dann weiterzuverkaufen, sondern sie leiten die Bestellung einfach an ihn weiter, sodass die Lieferfirma die Bestellung dann selbst ausführt (Direktversand) – aber eben im Namen des Händlers. Da es also kein physisches Lager gibt, ist Dropshipping nur eine Option für Online-Händler. 

 

Dropshipping ist nicht nur für Privatkunden gedacht; auch B2B-Commerce ist für diese Methode geeignet. 

 

Vorteile von Dropshipping.

Für Onlineshops kann Dropshipping viele Vorteile haben:

 

  • Geringere Anlaufkosten.
    Ihr braucht kein großes Startkapital, da ihr keine Produkte im Voraus einkaufen und auch keine Lagerhallen anmieten müsst. Lager-Management und -organisation fallen weg, weshalb ihr auch kein Personal für die Auftragsabwicklung einstellen müsst. Dank der niedrigen Markteintrittshürden kann fast jeder in den Dropshipping-Markt einsteigen, auch wenn euch nicht das nötige Kapital zur Verfügung steht, einen traditionellen Einzelhandel mit eigenem Lager und Bestellabwicklung zu starten. 

 

  • Skalierbarkeit.
    Mit der richtigen Liefermethode lässt sich euer Business sehr gut skalieren, da der Fulfillment-Prozess unabhängig von der physischen Größe eures Unternehmens und der Zahl der Mitarbeiter ist, die im Fulfillment-Bereich arbeiten. Deshalb ist der Direkthandel vor allem für Onlineshops, deren Verkaufszahlen fluktuieren können – z. B. saisonal bedingt – besonders lohnenswert.    

 

  • Minimales Lager- und Bestands-Management.
    Da ihr beim Direktversand kein eigenes Lager habt, könnt ihr den Management-Aufwand stark reduzieren. Ihr müsst den Warenbestand nicht verfolgen und euch auch nicht mit der Infrastruktur eines Lagers auseinandersetzen, da ihr ein Drittunternehmen mit diesen Aufgaben beauftragt.

 

  • Breite Produktpalette.
    Mit Dropshipping habt ihr die Möglichkeit, euren Kunden eine breit gefächerte Produktpalette anzubieten. Auch kleine Unternehmen, für die der Lageraufwand sonst viel zu groß wäre, können mithilfe von Direkthandel ihr Produktangebot deutlich vergrößern.

 

  • Flexibilität.
    Viele Unternehmensabläufe lassen sich dank Dropshipping flexibler gestalten. Ihr seid weniger ortsgebunden, könnt mehr Produkte anbieten und könnt eure Angebote schnell an die Nachfrage des Marktes anpassen. 

 

Dropshipping und seine Herausforderungen.

Dropshipping ist eine beliebte Retail-Strategie, doch gilt es auch hier, einige Herausforderungen zu meistern, um erfolgreich zu sein. Besonders wichtig ist, dass die Arbeitsabläufe zu euren Geschäftszielen passen. Stellt euch außerdem darauf ein, dass eure Gewinnmargen anfangs geringer ausfallen werden und dass ihr möglicherweise einige Rechtsfragen klären müsst. 

 

Abhängig von der Lieferfirma.

Einzelhändler sind zu einem gewissen Grad immer von ihren Lieferanten abhängig. Doch bei Onlineshops, die die Dropshipping-Methode verwenden, ist diese Abhängigkeit noch größer. Sollte das Drittunternehmen die Bestellung nicht wie versprochen ausführen, gehen die Beschwerden beim Händler ein. Auch wenn die Lieferfirma plötzlich Insolvenz anmeldet, kann das sehr negative Auswirkungen auf den Geschäftsablauf des Händlers haben. 

 

Ein Händler, der seine bestellte Ware selbst lagert, ist in dieser Hinsicht geschützter, da er noch immer Produkte auf Lager hat, die er verkaufen kann, während er nach einem neuen Lieferanten sucht. Vor allem für Start-ups ist es deshalb wichtig, einen Plan B zu haben, falls bei der Lieferfirma etwas schiefgeht.

 

Mit Dropshipping geben Händler die Verantwortung für Produktverfügbarkeiten und Qualitätskontrolle in die Hände eines Drittunternehmens. Das bedeutet, dass sie Waren vor dem Versand an den Kunden nicht noch einmal überprüfen können. Auch Sonderleistungen wie z. B. die Vorinstallationen von Software auf einem neuen Smartphone oder eine persönliche Eingravierung in ein Schmuckstück gestalten sich schwieriger. 

 

Viel Konkurrenz.

Der Einstieg in die Dropshipping-Welt ist einfach – und genau deshalb ist die Konkurrenz auch sehr groß. Wenn der Händler nicht gerade einen exklusiven Vertrag mit einem Großhändler oder Hersteller abgeschlossen hat, der es nur ihm erlaubt, ein bestimmtes Produkt zu verkaufen, hält die Konkurrenz nichts davon ab, die gleichen Produkte zu verkaufen. 

 

Bei solchen Voraussetzungen ist es für Händler noch schwieriger, sich von der Masse abzusetzen. Ihr solltet deshalb andere Wege finden, euren Kunden ein einzigartiges Einkaufserlebnis zu bieten, indem ihr z. B. ein Order-Management-System nutzt, das den Kunden-Service zentralisiert. Eine nahtlose Bestellverwaltung sorgt so dafür, dass Shop-Besucher stets einen guten Eindruck haben.  

 

Geringe Gewinnspanne.

Da Dropshipping-Händler die Bestellabfertigung auslagern und ein Drittunternehmen mit dem Fulfillment-Prozess beauftragen, verringert sich die Gewinnspanne. Das bedeutet: Um den gleichen Gewinn wie ein herkömmlicher Händler zu machen, muss mehr Ware verkauft werden. 

 

Erschwerter Kunden-Service.

Falls mal etwas schiefgehen sollte, ist es für Händler schwieriger, guten Kunden-Service zu bieten, da sie den Lagerbestand nicht kontrollieren. Wenn ein Kunde eine Frage zu einem Produkt hat, behauptet, es sei bei der Ankunft beschädigt gewesen oder aber er habe es nie erhalten, dann müssen Händler eng mit ihren Drittanbietern zusammenarbeiten, um diese Fragen zu klären. Das ist arbeitsintensiver, als wenn die Bestellungen intern bearbeitet werden. 

 

So funktioniert der Einstieg ins Dropshipping.

Bevor es losgehen kann, müsst ihr eine Strategie entwickeln, mit der ihr euch erfolgreich gegen eure Konkurrenz durchsetzen könnt. 

 

Marktlücke finden und Wachstum planen.

Der erste Schritt ist, herauszufinden, welche Marktlücke ihr nutzen wollt. Wie bereits oben erwähnt, ist der Einstieg in die Dropshipping-Welt sehr einfach. Deshalb solltet ihr eine bestimmte Zielgruppe vor Augen haben und einen Markt auswählen, der noch nicht von anderen Anbietern übersättigt wurde. Ein guter Ansatz sind Waren, die für Käufer nur schwer zu bekommen sind, ohne sich direkt an den Hersteller zu wenden, die aber auch nicht leicht in einem Einzelhandelsgeschäft gelagert werden können. 

 

Ein Beispiel hierfür wären Autoteile – in den meisten Geschäften liegen diese nicht einfach so im Regal, denn solche Teile sind hochspezialisiert und werden nicht in großen Mengen verkauft: Nur sehr große Unternehmen hätten die Kapazitäten, sie zu lagern. Für kleinere Geschäfte wäre eine Lagerung solcher Teile zu kostspielig. Mithilfe von Dropshipping können aber auch kleinere Händler sie gewinnbringend verkaufen. 

 

Wenn ihr mit einem Hersteller eine Vereinbarung trefft, dessen Bestellungen zu bearbeiten, könnt ihr ganz bestimmte Marktlücken nutzen und euch einen entscheidenden Vorteil gegenüber traditionellen Geschäften verschaffen, die versuchen, das gleiche Produkt zu verkaufen. 

 

Achtet darauf, dass ihr eine Marktlücke wählt, die ein langfristiges Wachstum eures Unternehmens ermöglicht. Ein Schwerpunkt auf Produkte, mit denen ihr euch gut auskennt, ist ebenfalls von Vorteil. Diesen könnt ihr nutzen, um euch von der Konkurrenz abzuheben. Auch wichtig ist, dass ihr bereits im Voraus eure Hausaufgaben macht und genau recherchiert, inwieweit der Absatzmarkt eurer gewählten Produkte in den nächsten Jahren wachsen wird.     

 

Erstellt eure eigene Dropshipping-Seite.

Ihr habt einen Schwerpunkt für eure Produkte gelegt und seid bereit, eine Dropshipping-Seite zu erstellen. Es gibt verschiedene E-Commerce-Plattformen, die euch dabei helfen können – wichtig ist vor allem, dass der von euch gewählte Anbieter zu euren Unternehmenszielen passt. 

 

Achtet darauf, wie umfangreich die angebotenen Funktionen der Plattform sind. Je mehr Features und Tools bereits vorhanden sind, desto besser lässt sich euer Unternehmen zentral managen. Das ist einfacher, als verschiedene Software zu nutzen. 

 

Eine gute Plattform sollte euch zudem gute Einblicke in den Order-Management-Prozess geben. Das kann vor allem für die Kundenbetreuung hilfreich sein, da ihr Bestellungen weiterverfolgen könnt, sobald sie bei der Zulieferfirma eingegangen sind. 

 

Außerdem sollte eure Plattform viel Wert auf eine gute User Experience legen. Besucher sollten auf eurer Seite nahtlos browsen, ein ansprechendes Erlebnis auf allen Endgeräten genießen und mühelos eine Bestellung aufgeben können. 

 

Finanzierung und Zahlungswege.

Ihr braucht nicht viel Startkapital, um in den Dropshipping-Markt einzusteigen. Um aber langfristig Profit zu machen, müsst ihr eure Finanzen genau im Auge behalten. Bucht jede Verkaufseinnahme und schreckt nicht davor zurück, eure Produktstrategie zu verändern, sollte sich eure ursprüngliche Wahl nicht als lukrativ erweisen. 

 

Auch Verträge mit Drittunternehmen sollten in regelmäßigen Abständen überprüft werden – passen sie noch zu eurem Unternehmen? Möglicherweise gibt es andere Anbieter, die euch bessere Konditionen bieten. Im Direkthandel ist es wichtig, flexibel zu bleiben, um den Gewinn zu maximieren.

 

Steuerregeln müssen ebenfalls eingehalten werden. Beim Dropshipping kann die Besteuerung etwas komplizierter sein. Am besten arbeitet ihr mit einem Steuerberater zusammen, der euch dabei helfen kann, die steuerlichen Aspekte zu regeln. 

 

Fulfillment-Firmen und Bestellabwicklung.

Fulfillment-Firmen, die die Bestellungen bearbeiten und die Produkte für euch an den Kunden schicken, sind ein entscheidender Teil eurer Unternehmensabläufe. Wählt deshalb eine verlässliche Firma, die Bestellungen schnell bearbeitet. Einige dieser Lieferfirmen konnten sich bereits einen guten Ruf aufbauen – es lohnt sich also, sich einmal nach einem gut etablierten Fulfillment-Unternehmen umzuschauen. 

 

Es ist nie gut, von nur einer einzigen Firma abhängig zu sein. Trefft deshalb Vereinbarungen mit mehreren Fulfillment-Firmen. So habt ihr immer jemanden, der im Notfall einspringen kann. Scheut nicht davor zurück, einige Firmen selbst auszuprobieren, um zu sehen, welche von ihnen hochwertige Ware schnell an den Kunden liefern können. Gleichzeitig lernt ihr so auch die Produkte, die ihr verkauft, persönlich kennen, was die Vermarktung einfacher machen kann. 

 

Eine Situation, die ihr ebenfalls im Vorfeld klären solltet: Was passiert, wenn einer Lieferfirma ein Produkt ausgeht? Bei einem solchen Lieferrückstand, auch Backorder genannt, muss feststehen, ob die Bestellung storniert wird oder aber das Produkt versendet wird, sobald es wieder auf Lager ist. Auch sollte feststehen, wie die Erstattung eines Produkts vonstattengeht – bekommt ihr die Kosten, die ihr an das Drittunternehmen zahlst, erstattet, oder müsst ihr diese in solchen Fällen selbst tragen? Idealerweise sollte die von euch gewählte Lieferfirma auch vertraglich mit euch festlegen, bis wann ein Produkt spätestens an den Kunden versendet wird.

 

Ein gutes Arbeitsverhältnis mit eurer Lieferfirma ist ausschlaggebend, um Probleme, die früher oder später immer auftreten werden, zu lösen. Wenn ihr mit einem neuen Fulfillment-Unternehmen arbeitet, achtet darauf, wie einfach die Zusammenarbeit abläuft. Vor allem bei Lieferfirmen, die im Ausland ansässig sind, ist dies wichtig, da Sprachbarrieren und unterschiedliche Zeitzonen die Zusammenarbeit erschweren können.

 

Rechtsfragen.

Dropshipping ist vollkommen legal, doch sollten einige Rechtsfragen im Voraus geklärt werden, damit es später nicht zu Ungereimtheiten kommt.

 

Als in Deutschland ansässiger Händler seid ihr in Deutschland steuerpflichtig. Möglicherweise kommen einige Waren aber aus Ländern außerhalb der EU. Dann können Zölle anfallen. Auch die Haftung gegenüber dem Kunden gehört mit zu den zu klärenden Rechtsfragen, denn immerhin seid ihr und euer Fulfillment-Partner für die ordnungsgemäße Durchführung der Bestellung verantwortlich. Probleme gibt es im Direkthandel unter anderem beim Nicht-Versenden von Waren oder beim Versenden von gefälschten Produkten. In letzterem Fall könnte so ein Rechtsstreit aufgrund von Markenrechtsverletzung auf euch zukommen.

 

Reduziert solche Risiken, indem ihr mit einem seriösen Fulfillment-Partner zusammenarbeitet. Am besten solltet ihr die Produkte, die ihr verkauft, auch im Voraus inspizieren, um das Auftreten von Problemen zu vermeiden. Wenn die Lieferfirma z. B. behauptet, sie verkaufe echte Designer-Taschen für einen kleinen Preis, dann vergewissert euch, dass die Produkte wirklich echt sind. 

 

Die richtige Plattform für Dropshipping.

Ob euer Dropshipping-Unternehmen erfolgreich sein wird oder nicht, hängt nicht zuletzt auch von der gewählten E-Commerce-Plattform ab. Die zahlreichen Features von Adobe Commerce, powered by Magento, wie z. B. die Magento Catalog Management Extension, helfen Händlern dabei, den Überblick über die verschiedenen Lieferfirmen und zahlreichen Produkte zu bewahren, auch wenn Letztere nicht selbst gelagert werden.  

 

Adobe Commerce lässt euch außerdem die Steuervorschriften für euren Onlineshop einfach einpflegen. Das erleichtert die Zusammenarbeit mit Drittunternehmen. Zusätzlich erlauben Analyse- und Reporting-Tools es euch als Händler, Bestellungen zu verfolgen und eure Rentabilität zu sichern. Das ist für Dropshipping-Unternehmen besonders wichtig, da sie viel verkaufen, aber nur eine recht kleine Belegschaft haben. 

 

Wenn ihr Adobe Commerce, powered by Magento, testen möchtet, könnt ihr die kostenfreie Magento Demo-Version abrufen.