IT-Leiterinnen und -Leiter sind hin- und hergerissen.
Einerseits wird von ihnen erwartet, dass sie Echtzeit-Personalisierung, KI-gestützte Kundenanalysen und nahtlose Omnichannel-Erlebnisse ermöglichen. Andererseits sind sie mit dem Risikomanagement betraut – sie regeln, wie Kundendaten in einer immer komplexeren Technologieumgebung abgerufen, verwendet und geschützt werden.
Wo liegt das Problem? Die meisten Governance-Systeme wurden nicht für die heutige Datengeschwindigkeit konzipiert. Sie basieren auf separaten Prozessen, manuellen Kontrollen und Bereinigungen nach der Kampagne. Schlimmer noch, sie setzen die Richtlinie nicht am Ort des Geschehens durch – wodurch Organisationen Compliance-Verstößen, Sicherheitsrisiken und betrieblichen Ineffizienzen ausgesetzt sind.
Besonders riskant ist das in Sektoren wie dem Gesundheitswesen, dem Finanzwesen oder dem öffentlichen Sektor. Hier machen Vorschriften wie der Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA), die Datenschutz-Grundverordnung (GDPR) und der California Consumer Privacy Act (CCPA) strenge Vorgaben dafür, wie Daten klassifiziert, verarbeitet und weitergegeben werden dürfen.
Adobe Experience Platform geht diese Herausforderungen an, indem Governance direkt in den Datenlebenszyklus eingebettet wird. Ab dem Moment, in dem ein Schema erstellt oder ein Datensatz modelliert wird, können die IT-Leitung und andere für Daten Verantwortliche Nutzungslabels vergeben, die interne Regeln, vertragliche Verpflichtungen und gesetzliche Vorschriften widerspiegeln.
Diese Labels dienen nicht nur der Dokumentation – sie sorgen für die Echtzeit-Durchsetzung über alle verbundenen Adobe-Programme hinweg. Wenn ein Datensatz zum Beispiel als für Offsite-Targeting eingeschränkt gekennzeichnet ist, blockiert Adobe Real-Time CDP automatisch alle Aktivierungsversuche, die gegen diese Regel verstoßen. Ebenso zeigt Adobe Journey Optimizer Konflikte mit Einverständnisrichtlinien während der Kampagneneinrichtung, sodass ihr Probleme lösen könnt, bevor Content veröffentlicht wird.
Dieser Ansatz ermöglicht es der IT-Leitung, Governance als Teil der standardmäßigen Daten-Workflows einzubinden. Teams können schnell agieren, sicher testen und Compliance-konforme, vertrauenswürdige Erlebnisse in großem Umfang bieten.
Was ist Data Governance?
Bei Data Governance geht es hauptsächlich um Kontrolle. Sie definiert, wie Daten klassifiziert werden, wer darauf zugreifen kann und wie sie verwendet werden dürfen. So können Organisationen vertrauenswürdig, transparent und verantwortungsbewusst arbeiten.
Gemäß der Data Management Association (DAMA) bezeichnet Data Governance „die Ausübung von Autorität, Kontrolle und gemeinsamer Entscheidungsfindung über die Verwaltung von Datenbeständen“. In der Praxis sollen klare Richtlinien, Rollen und Kontrollmechanismen bestimmen, wie Daten durch eure Systeme und Teams fließen.
In einer Unternehmensumgebung betrifft Governance jede Ebene des Technologiestacks:
- Rechts- und Compliance-Teams definieren, welche Datennutzungen zulässig sind.
- IT-Teams setzen diese Anforderungen durch Kontrollen und Zugriffsrechte um.
- Marketing- und Analyse-Teams verlassen sich auf diese Struktur, um Daten sicher und Compliance-konform zu aktivieren.
Doch Governance ist nicht statisch. Mit wachsendem Datenaufkommen aus verschiedenen Quellen, sich wandelnden Regularien und neuen Geschäftsanforderungen muss Data Governance flexibel und dynamisch sein. Adobe Experience Platform spielt dabei eine zentrale Rolle. Es ermöglicht es Unternehmen, Daten auf Schema- und Datensatzebene zu klassifizieren, durchsetzbare Nutzungsregeln zu definieren und diese Kontrollen automatisch über Kampagnen, Customer Journeys und Zielgruppenaktivierungen hinweg anzuwenden.
Anstatt sich auf nachträgliche Kontrollen oder einzelne Regeln zu verlassen, bettet Adobe Governance direkt in die Daten ein. So ist Compliance kein nachträglicher Gedanke, sondern eine integrierte Funktion.
Warum Data Governance für die IT-Leitung wichtig ist.
Für fortschrittliche IT-Leiterinnen und -Leiter ist Data Governance mehr als Risikominimierung – sie ist ein strategischer Wegbereiter für die digitale Transformation. Mit der Einbettung von Governance in die Dateninfrastruktur kann das Unternehmen schneller agieren, sicher skalieren und Kundenvertrauen gewinnen.
Warum herkömmliche Ansätze nicht ausreichen.
Die meisten älteren Governance-Programme wurden für statische, zentrale Datenumgebungen entwickelt. Aber das hat sich geändert: Inzwischen bewegen sich Daten in Unternehmen dynamisch zwischen Plattformen, Kampagnen und Teams hin und her. Governance-Frameworks, die auf manuellen Prozessen, Tabellenkalkulationsprüfungen oder getrennten Richtliniendokumenten basieren, können mit der Dynamik heutiger Datenlandschaften nicht mithalten.
Hier scheitern herkömmliche Ansätze:
- Silo-Durchsetzung: Richtlinien liegen als PDF-Dokumente vor. Daten befinden sich in Systemen. Die Durchsetzung hängt davon ab, dass sich Einzelpersonen an die Regeln erinnern – bis etwas durchrutscht.
- Keine Transparenz über die nachgelagerte Nutzung: Sobald Daten die IT verlassen oder mit dem Marketing geteilt werden, verliert die Governance die Kontrolle.
- Verspätete Prüfungen: Probleme werden erst erkannt, wenn Kampagnen bereits live sind, was ein Risiko darstellt.
- Geringe Flexibilität: Statische Tools eignen sich nicht für sich oft ändernde Vorschriften oder sensiblen Daten.
- Governance als Hindernis: Ohne integrierte Kontrollen greifen Teams zu Workarounds – und führen Schatten-IT sowie Daten-Duplikate ein.
Adobe Experience Platform schließt diese Lücken, indem Governance direkt in die Datenebene eingebettet wird – mit Kennzeichnung auf Feldebene, Richtliniendurchsetzung und skalierbaren Echtzeit-Nutzungsprüfungen.
Wie Adobe Data Governance allumfassend löst.
Adobe Experience Platform ermöglicht es der IT-Leitung, dynamische Datenflüsse zu steuern, ohne den Geschäftsbetrieb zu verlangsamen. Das Governance-Framework basiert auf drei Kernfunktionen:
1. Kennzeichnungen (Labels) für die Datennutzung.
Das sind Metadaten-Tags, die auf Felder oder Datensätze angewendet werden, um Daten nach folgenden Kriterien zu klassifizieren:
- Datensensibilität – zum Beispiel Gesundheit, Finanzen, personenbezogene Daten
- Identität – zum Beispiel bekannt oder unbekannt
- Vertragliche Einschränkung – zum Beispiel: darf nicht extern verwendet werden
Labels lassen sich sowohl auf Schema-Ebene (über alle Instanzen hinweg vererbt) als auch auf Datensatz-Ebene (für spezielle vertragliche Vorgaben) anwenden.
2. Nutzungsrichtlinien.
Richtlinien legen fest, was mit gekennzeichneten Daten geschehen darf, und was nicht. Beispiele:
- Export von Third-Party-Daten in Social-Media-Kanäle verhindern
- Nutzung von Gesundheitsdaten in E-Mail-Kampagnen blockieren, wenn keine Einverständniserklärung vorliegt
- Aktivierung von Benutzern ohne SMS-Opt-in einschränken
Dabei handelt es sich nicht um statische Dokumente, sondern um maschinenlesbare Regeln, die von der Plattform durchgesetzt werden.
3. Durchsetzung in Echtzeit.
Wenn jemand versucht, ein Segment zu aktivieren, eine Customer Journey anzustoßen oder eine Zielgruppe aufzubauen, prüft Adobe die Aktion anhand eurer Regeln. Wenn eine Aktion gegen eine Regel verstößt, wird sie sofort blockiert.
Die Durchsetzung findet statt:
- Zum Zeitpunkt der Segmentaktivierung in Real-Time CDP
- Bei der Einrichtung der Customer Journey in Journey Optimizer
- Beim Erstellen von Zielgruppen, Exportieren von Profilen oder Teilen von Daten an verschiedene Ziele
Das reduziert Risiken, unterstützt die Teams und nachträgliche Prüfungen sind nicht mehr notwendig.
Mit Adobe for Business Governance und Ergebnisse miteinander verbinden.
Governance funktioniert nur bei der Einbettung in den den kompletten Stack. Adobe for Business Lösungen sind so konzipiert, dass sie als eine Einheit funktionieren:
Einheitliche Governance über die Adobe Experience Platform.
- Feld- und Datensatzkennzeichnung
- Benutzeroberfläche für Regelmanagement
- Einwilligungsmanagement und Prüfprotokolle
- Rollenbasierte Zugriffskontrollen (RBAC)
- Datenherkunft und systemübergreifende Sichtbarkeit
Durchsetzung im gesamten Ökosystem.
Diese Governance ist komponierbar und unterstützt Federated Data Access sowie eine Zero-Copy-Architektur, wenn sie mit einer warehouse-nativen Infrastruktur kombiniert wird.
Anwendungsbeispiele: Governance in der Praxis.
So sorgen Organisationen aus verschiedenen Branchen mit Adobe für die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien:
Gesundheitswesen: Durchsetzung der SMS-Einverständnisse.
Ein Anbieter verwendet Journey Optimizer mit Shield, um sicherzustellen, dass nur Patienten mit Opt-in SMS-Mitteilungen erhalten. Profile ohne Einverständnis werden schon bei der Profilerstellung automatisch von Customer Journeys ausgeschlossen.
Einzelhandel: Blockierung der externen Aktivierung.
Eine Unternehmensmarke weist Third-Party-Datensätzen ein C5-Label zu. Wenn Marketingfachkräfte für, das Segment über Real-Time CDP für Social-Media-Anzeigen zu aktivieren, wird die Aktion blockiert und eine Verstoßmeldung angezeigt.
B2B: Einschränkung der Feldbearbeitung in Marketo Engage.
Eine B2B-Organisation sperrt risikoreiche Felder wie die „Lead-Quelle“ und bestimmt, wer darauf Zugriff hat – Governance wird durch Berechtigungen durchgesetzt, nicht nur durch Schulungen.
Öffentlicher Sektor: Services verantwortungsvoll personalisieren.
Eine Behörde verwendet gekennzeichnete Kontextschemata in Adobe Experience Platform, um Bürgern und Bürgerinnen Warnhinweise zu übermitteln, ohne gegen lokale Vorschriften zur Datennutzung zu verstoßen.
Implementierung des Governance-Ansatzes von Adobe in eurem Unternehmen.
Für IT-Leiter in Unternehmen liegt der Wert eines Governance-Frameworks nicht in der Dokumentation, sondern in der Ausführung. Adobe Experience Platform ermöglicht die Umsetzung von Datenschutzrichtlinien in Echtzeit.
1. Definiert Governance-Anforderungen.
Beginnt mit internen Regeln, Branchenstandards und anwendbaren Vorschriften. Ordnet diese den Nutzungsanforderungen zu.
2. Kennzeichnet eure Daten
Wendet in Adobe Experience Platform Labels auf Feldebene und Datensatzebene an, um Folgendes widerzuspiegeln:
- Kundenidentität
- Regulatorische Klassifizierung
- Einverständnisstatus
- Vertragliche Beschränkungen
3. Erstellt Regeln.
Definiert anhand dieser Kennzeichnungen, was zulässig ist (oder nicht). Zum Beispiel: „Keine Gesundheitsdaten in ausgehender E-Mail.“
4. Zum richtigen Zeitpunkt umsetzen.
Adobes Produkte setzen Governance während der Zielgruppenerstellung, der Kampagneneinrichtung und der Datenaktivierung durch – nicht erst danach.
5. Überwachen und Beheben.
Wenn Verstöße auftreten, zeigt Adobe kontextbezogene Warnungen und Lösungsschritte an. So vermeiden Teams Datenschutzverletzungen im Voraus.
Ihr habt Fragen? Wir haben die Antworten.
Was sind die Kernkomponenten von Adobes Data Governance Framework?
Wie funktioniert die Durchsetzung?
Was ist der Unterschied zwischen Schema- und Datensatz-Labels?
- Schema-Labels werden auf alle Felder einer Gruppe sowie für die Zugriffssteuerung angewendet.
- Datensatz-Labels werden auf spezifische Datensätze angewendet und zur Durchsetzung vertraglicher Nutzungsbeschränkungen verwendet.
Kann Adobe die Einwilligungsverwaltung übernehmen?
Wer verwaltet Richtlinien und Labels?
Warum solltet ihr Adobe anderen Governance-Tools vorziehen?
Für euch empfohlen
https://business.adobe.com/fragments/resources/cards/thank-you-collections/rtcdp