Prompt-Engineering-Techniken für benutzerdefinierte KI-Modelle | Adobe Deutschland
View this page in English (US).Continue

Prompt Engineering für KI-Custom Models

Custom Models, die auf freigegebenen Marken-Assets trainiert wurden, bieten Kreativ-Teams in Unternehmen einen besseren Ausgangspunkt für die markenkonforme Bildgenerierung. Wird ein Custom Model auf den visuellen Mustern und dem Stil einer Marke trainiert, müssen Teams dieselben Vorgaben nicht bei jedem Prompt wiederholen.

Doch Markenvertrautheit allein garantiert keine kampagnentauglichen Ergebnisse. Ein Modell kann die visuelle Ästhetik einer Marke kennen und trotzdem konkrete Anweisungen für eine bestimmte Kampagne, einen Kanal, einen Markt, eine Komposition oder eine Stimmung benötigen. Häufig trainieren Teams ein Modell für jeden Kampagnenstil und nutzen dann Prompts, um Bildvarianten zu erstellen, die zur Kampagnenästhetik passen und in den Assets eingesetzt werden können. Prompt-Strategie gibt Teams die Kontrolle, um kreative Ziele zu erreichen.

Inhaltsverzeichnis:

Warum Custom Models eine Prompt-Strategie brauchen

Custom Models benötigen eine Prompt-Strategie, weil die Kundschaft ihre Trainingsbilder beschriften muss, bevor ein Custom Model trainiert wird. Diese Beschriftungen bestimmen, was das Modell aus den Trainingsbildern lernt. Präzisere Beschriftungen geben der Kundschaft mehr Flexibilität bei der Prompt-Strategie.

Darüber hinaus verfügen Custom Models über sogenannte „Modell-Tags“ – das sind gemeinsame Elemente der Trainingsbilder, die für konsistenten Stil und konsistente Charakteristik sorgen. Mit einem Custom Model müsst ihr euch im Prompt deutlich weniger wiederholen.

Ein Custom Model gibt Kreativ-Teams eine solide Markenbasis für die Bildgenerierung. Da das Modell auf freigegebenen Bildern trainiert wird, kann es Visuals erzeugen, die eure Farbpalette, euren Stil, euren fotografischen Ansatz und eure gesamte visuelle Identität widerspiegeln – mit weniger Anweisungen pro Prompt. Das verschafft einen entscheidenden Vorteil gegenüber allgemeinen generativen KI-Tools, bei denen Teams die Markenanforderungen bei jeder Asset-Erstellung erneut angeben müssen.

Denkt etwa an eine Produktlaunch-Kampagne. Dasselbe Custom Model muss möglicherweise einen eleganten Hintergrund für ein Hero-Image auf einer Landing Page, eine dynamischere Version für Social Media und eine vereinfachte Version mit ausreichend Textfreiraum für Display-Werbung erstellen. Jedes Bild soll zum selben Markensystem gehören, erfordert aber jeweils eine eigene Gestaltung hinsichtlich Bildausschnitt, Komposition und Format.

Verteilte Kreativ-Workflows bringen eine zusätzliche Komplexitätsebene mit sich. Regionale Teams, Agentur-Partner und interne Kreativgruppen arbeiten zwar alle nach denselben Markenrichtlinien – doch wenn jede Gruppe die Kampagnenausrichtung anders interpretiert, variieren die Ergebnisse. Ein gemeinsam genutztes Custom Model in Kombination mit einer Prompt-Strategie hilft dabei, diese Interpretationen anzugleichen und die Produktion zu optimieren.

In der Praxis lassen sich Custom-Model-Workflows auf zwei Ebenen betrachten: Das Modell liefert die Grundlage für die Erstellung von Visuals, die der Markenästhetik entsprechen, und der Prompt gibt konkrete Vorgaben zu Motiv, Format, Komposition und kreativer Gestaltung. Effektives Prompt-Engineering hilft Teams dabei, kampagnenreife Assets schneller zu erstellen und skalierbar über Märkte, Kanäle und Produktions-Workflows hinweg einzusetzen.

Prompt-Engineering-Techniken

Sobald ein KI-Custom-Model auf die Marke trainiert wurde, helfen Prompts Design-Teams dabei, zu steuern, wie das Modell Konzepte anwendet. Die folgenden Techniken helfen Teams, unerwünschte visuelle Elemente zu vermeiden, eine konsistente Ästhetik zu etablieren, Assets zu verfeinern und die Komposition gezielt zu gestalten.

Negative Prompting

Vergleich positiver und negativer Prompts zur Steuerung KI-generierter Bildausgaben im direkten Nebeneinander.

Negative Prompting gibt dem Modell vor, welche Elemente in einem Bild nicht erscheinen sollen. In Custom-Model-Workflows bietet dies Kreativ-Teams eine zusätzliche Steuerungsebene, indem unerwünschte visuelle Elemente reduziert werden – selbst wenn das Modell auf freigegebenen Marken-Assets trainiert wurde. Ausschlüsse auf Prompt-Ebene helfen dabei, unerwünschte Elemente im generierten Bild zu minimieren.

Negative Prompting ist besonders nützlich für:

  • Ausschluss markenfremder Stilvarianten. Ein Custom Model kann aus den Trainingsdaten mehr als ein visuelles Muster erlernen. Negative Prompts verhindern unerwünschte Stilabweichungen, wenn bestimmte Kompositionen, Szenen oder Motivbehandlungen den Output vom gewünschten Look entfernen.
  • Ungewollte Kampagnenbezüge verhindern. Bei zeitlosem Content helfen Prompts wie „keine Feiertagsdekoration“, „keine saisonalen Elemente“ oder „keine wetterspezifischen Bilder“ dabei, unbeabsichtigte visuelle Assoziationen in Assets zu vermeiden, die ganzjährig eingesetzt werden sollen.
  • Konsistente Charakter- und Szenendarstellung gewährleisten. Negative Prompts können Posen, Ausdrücke, Styling-Behandlungen, Szenenkonfigurationen oder visuelle Details ausschließen, die der kreativen Vision widersprechen.

Negative Prompts entfalten ihre volle Wirkung, wenn sie präzise formuliert sind. Lange Ausschlusslisten erschweren es dem Modell, dem Prompt zu folgen, und können den Einfluss der wichtigsten Einschränkungen abschwächen. Anstatt auf einen universellen negativen Prompt zu setzen, sollten Teams gezielte Ausschlusssets für bestimmte Kampagnentypen, Kanäle und Asset-Kategorien erstellen. Ein Social-Media-Asset erfordert beispielsweise andere Ausschlüsse als eine Out-of-Home-Platzierung, da jedes Format unterschiedliche visuelle und produktionsbezogene Anforderungen hat. Negative Prompts können die Kontrolle verbessern, doch sollten die Ergebnisse weiterhin auf Marken- und Kampagnenanforderungen geprüft werden.

Few-Shot-Prompting

Few-Shot-Prompting ist eine Technik, bei der ihr der KI einige Beispiele bereitstellt, um das Modell vor der eigentlichen Generierungsanfrage gezielt in eine bestimmte kreative Richtung zu lenken. In Custom-Model-Workflows helfen diese Beispiele dabei, die Ausgabe über die standardmäßigen visuellen Tendenzen des Modells hinaus in eine klar definierte Kampagnenrichtung zu steuern.

Diese Technik ist besonders hilfreich, wenn eine Kampagne über die übliche Ästhetik der Marke hinausgehen soll. Eine Marke kann ihr Custom Model beispielsweise auf sauber gestalteter Studiofotografie trainiert haben, für eine saisonale Kampagne aber kräftige Farben, redaktionelles Licht und dynamischere Kompositionen benötigen. Das Modell kennt zwar die visuelle Kernidentität der Marke, lässt sich jedoch durch Referenzbeispiele gezielt weiter beeinflussen.

Iteratives Refinement-Prompting

Diagramm, das zeigt, wie Verfeinerungs-Prompts KI-generierte Bilder durch wiederholte Überprüfungszyklen verbessern.

Iteratives Refinement-Prompting hilft Teams dabei, ein Ergebnis durch gezielte Korrekturen zu verbessern, anstatt jedes Mal mit einem neuen Prompt von vorne zu beginnen. Wenn ein Bild bereits annähernd der gewünschten Richtung entspricht, gibt der nächste Prompt gezielt vor, was geändert werden soll, während die bereits funktionierenden Elemente erhalten bleiben. Dieser Ansatz reduziert unnötige Generierungszyklen.

Für kreative Enterprise-Workflows sind zwei Verfeinerungsansätze besonders wertvoll:

  • Elementspezifische Verfeinerung. Bei diesem Ansatz wird jeweils eine visuelle Variable angepasst – etwa Komposition, Beleuchtung, Motivplatzierung, Hintergrundgestaltung oder Styling. Wenn beispielsweise die Komposition stimmt, die Beleuchtung aber zu flach wirkt, sollte der Verfeinerungs-Prompt gezielt auf die Beleuchtung ausgerichtet sein und das Modell anweisen, Bildausschnitt, Produktplatzierung und Hintergrundstruktur beizubehalten. So wird verhindert, dass das Modell Bildteile überarbeitet, die bereits den Anforderungen entsprechen.
  • Stimmungsverfeinerung. Bei diesem Ansatz wird der emotionale Ton oder die visuelle Energie eines Assets in kontrollierten Schritten angepasst. Statt zwischen Versionen umfangreiche Änderungen vorzunehmen, setzen Teams auf gezielte Formulierungen wie „etwas wärmer“, „dynamischer“, „weichere Atmosphäre“ oder „höherer Kontrast“. Diese kleineren Verfeinerungen helfen dabei, die Stimmung der Kampagne präzise einzustellen, ohne die übergeordnete kreative Ausrichtung zu beeinträchtigen.

Iterative Verfeinerung unterstützt einen strukturierteren Review-Prozess. Die erste Generierung legt den Ausgangspunkt fest, die kreative Überprüfung ermittelt, was angepasst werden muss, und der nächste Prompt schließt diese konkreten Lücken. Jede Runde wird zielgenauer – und gibt Designerinnen und Designern sowie Marketing-Teams klarere Orientierungspunkte zwischen KI-gestützter Generierung und der finalen Asset-Freigabe.

Dieser Workflow hilft Teams auch dabei zu erkennen, ob sich ein Problem durch verbessertes Prompting lösen lässt oder ob das Modell selbst aktualisiert werden muss. Wenn das Bild Anpassungen an Stimmung, Beleuchtung, Bildkomposition oder Kanal-Eignung benötigt, kann gezieltes Refinement-Prompting ausreichen. Wenn wiederholte Prompt-Verfeinerungen weiterhin nicht die gewünschten Ergebnisse liefern, sollte das Team den Trainingsdatensatz, die Beschriftungen, das Modell-Setup oder die Workflow-Annahmen überprüfen.

Prompts für Komposition und visuelle Ausrichtung

Custom Models werden darauf trainiert, einen konsistenten Charakter oder visuellen Stil zu erlernen. Zusätzlich kann das Prompting für Komposition und visuelle Ausrichtung gezielt steuern, wie ein Bild aufgebaut, gestaltet und von der Zielgruppe wahrgenommen wird. Sobald ein Custom Model auf das visuelle System der Marke trainiert wurde, kann der Prompt die kreativen Entscheidungen lenken, die dafür sorgen, dass ein Ergebnis bewusst inszeniert wirkt – und nicht nur markenkonform.

Wirkungsvolle Kompositions-Prompts umfassen häufig mehrere Arten visueller Ausrichtung:

  • Kompositionsstruktur. Dazu gehören Bildausschnitt, Negativraum, Motiv-zu-Rahmen-Verhältnis, Schichtung und visuelle Hierarchie. Diese Details geben dem Modell eine klarere Orientierung darüber, wo wichtige Elemente im Bild erscheinen sollen, wie viel Raum sie umgibt und was Betrachtenden zuerst ins Auge fällt.
  • Lichtgestaltung. Die Beleuchtungsführung definiert die Gesamtqualität und Konsistenz eines Asset-Sets. Prompts, die weiches, diffuses Licht, hartes Richtungslicht, Rim-Lighting, niedrigen Kontrast, hohen Kontrast oder eine warme Farbtemperatur festlegen, geben dem Modell klare technische Vorgaben.
  • Perspektive und Kamerasprache. Die Kameraperspektive beeinflusst maßgeblich, wie Betrachtende ein Motiv erleben. Prompts können Augenhöhe, erhöhte Perspektive, engen Bildausschnitt, Weitwinkelcharakter, Telekompression, geringe Tiefenschärfe oder maximale Schärfentiefe vorgeben – um die räumlichen Beziehungen im Bild gezielt zu lenken.
  • Atmosphäre und Stimmung. Die Stimmungsvorgabe verbindet die technischen Bildelemente mit dem emotionalen Ziel der Kampagne. Prompts beschreiben die gewünschte Energie, den Rhythmus, die Atmosphäre und den visuellen Ton, damit die Komposition die übergeordnete kreative Absicht gezielt unterstreicht.

Ein präziseres visuelles Vokabular gibt dem Modell von Anfang an eine klarere Richtung – und hilft Teams dabei, bereits früher im Prozess Assets zu erstellen, die näher am Kampagnen-Briefing liegen.

Prompt Engineering unternehmensweit skalieren

Kreativ-Teams, die Prompt Engineering in ihre kreative Produktion integrieren möchten, brauchen Systeme, die verteilten Gruppen helfen, konsistente, kampagnenfähige Ergebnisse auf Basis gemeinsamer Prompt-Frameworks, Markenreferenzen und desselben Custom Model zu generieren. Das wird besonders wichtig, wenn mehrere Teams auf derselben Markenbasis arbeiten. Während ein Team die Komposition in Designbegriffen beschreibt, legt ein anderes den Fokus auf Kampagnenbotschaften. Mit der Zeit entstehen so inkonsistente Assets, längere Review-Zyklen und weniger Freiraum für Kreativ-Teams.

Folgende Best Practices helfen dabei, Prompt Engineering unternehmensweit zu skalieren:

  • Modulare Prompt-Strukturen. Trennt Markenbasis, Kampagnenausrichtung, Kanalanforderungen, Zielgruppenkontext, Komposition und Ausschlüsse voneinander – so können Teams Prompts anpassen, ohne sie von Grund auf neu zu schreiben.
  • Gemeinsames kreatives Vokabular. Legt einheitlich fest, wie Teams Beleuchtung, Stimmung, Bildausschnitt, Produktdarstellung und visuelle Hierarchie beschreiben.
  • Wiederverwendbare Kanal-Templates. Integriert formatspezifische Anforderungen für Social-Media-, Display-, E-Mail-, E-Commerce- und Out-of-Home-Kanäle in genehmigte Prompt-Frameworks.
  • Kampagnenspezifische Prompt-Bibliotheken. Sichert erfolgreiche Prompts, damit Teams bewährte Ansätze wiederverwenden und doppelten Aufwand vermeiden können.
  • Governance und Freigabe-Workflows. Überprüft und aktualisiert Prompt-Systeme regelmäßig anhand der Marken- und Kampagnenanforderungen.
  • Versionskontrollierte Iteration. Verfolgt Prompt-Änderungen, erkennt stärkere Versionen und verhindert so Prompt-Drift über die Zeit.

Diese Struktur hilft Teams dabei zu erkennen, wann eine Herausforderung auf Prompt-Ebene gelöst werden kann und wann Anpassungen am Modell selbst notwendig sind. Benötigen die Ausgaben eine stärkere Komposition, eine bessere Kanalanpassung oder eine präzisere Kampagnenstimmung, muss das Prompt-System überarbeitet werden. Wenn das Modell immer wieder Schwierigkeiten hat, Produkte konsistent darzustellen, sollten die Trainingsdaten oder das Modell-Setup überprüft werden.

Wenn Prozesse skalieren, wird Prompt Engineering zum festen Bestandteil des kreativen Betriebsmodells. Dokumentierte Prompt-Systeme helfen Teams, Inkonsistenzen zu reduzieren, internes Wissen zu sichern und kampagnenfähige Assets mit weniger unnötigen Überarbeitungsschleifen zu produzieren.

Eine stärkere Prompt-Strategie für Custom Models entwickeln

Sobald ein Custom Model im Einsatz ist, sollten Prompts fester Bestandteil des Produktions-Workflows werden. Gemeinsam genutzte Vorlagen, freigegebene Formulierungen, klare Überarbeitungsschritte und dokumentierte Beispiele helfen Teams, bewährte Ansätze wiederzuverwenden und über Kampagnen, Kanäle und Märkte hinweg konsistentere Ergebnisse zu erzielen.

Identifiziert zunächst, wo der Workflow am häufigsten ins Stocken gerät. Wenn Review-Zyklen hauptsächlich damit verbracht werden, unerwünschte Elemente zu entfernen, verfeinert die negativen Prompts. Wenn Ausgaben zu generisch wirken, baut stärkere Kampagnenreferenzen auf. Wenn Teams inkonsistente Kanalvarianten erstellen, entwickelt für jedes Format kontextuelle Prompt-Vorlagen. Jede Prompt-Technik sollte einer konkreten Lücke im Produktionsprozess entsprechen.

Adobe Firefly Custom Models wurde entwickelt, um Teams dabei zu helfen, mühelos markenkonforme Bilder zu generieren – trainiert auf den eigenen freigegebenen Marken-Assets und mit Prompts für zusätzliche Kontrolle über den Content.

Empfehlungen für euch.

Finden wir gemeinsam heraus, wie Adobe eurem Unternehmen helfen kann.

Jetzt loslegen