Die Wahl des Zahlungsabwicklers sollte sich nach eurem Umsatzvolumen, den Transaktionsorten und den von euch angebotenen Produkten oder Services richten.
Einige Zahlungsdienstleister eignen sich besser für bestimmte Transaktionsarten, z. B. mobile Zahlungen. Andere Zahlungsabwickler bieten Funktionen, die für bestimmte Unternehmen unverzichtbar sind – zum Beispiel die Möglichkeit, dass Kundinnen und Kunden ihre Kreditkartennummer manuell eingeben können.
Überlegt euch genau, welche Schritte eure Kundinnen und Kunden beim Kauf durchlaufen müssen und leitet daraus ab, welche Funktionen euer Zahlungsabwickler unbedingt bieten sollte.
1. Prüft euer Preismodell.
Der richtige Zahlungsdienstleister sollte außerdem kosteneffizient sein. Die Gebühren pro Transaktion sind zwar klein, können sich aber summieren – besonders, wenn ihr täglich viele Käufe abwickelt. Wenn ihr Zahlungsdienstleister für euer Unternehmen evaluiert, dann überlegt, welche Gebührenstruktur für euch am günstigsten ist. Welches Preismodell das richtige für sie ist, hängt davon ab, wie euer Business aufgestellt ist.
- Wenn ihr ein kleines stationäres Geschäft seid, das gelegentlich Artikel online verkauft, könnt ihr mit einem gestaffelten Preismodell die niedrigsten Gebühren für Verkäufe im Laden erzielen.
- Für große Unternehmen mit einem profitablen E-Commerce-Shop kann ein Interchange-Plus-Preismodell eine kosteneffiziente Lösung sein.
Ihr solltet außerdem prüfen, ob ein Zahlungsdienstleister Gebühren für euer Abonnement oder bereitgestellte Geräte erhebt.
Interchange Plus.
Das „Plus“ in Interchange Plus steht für eine zusätzliche Gebühr, die Zahlungsabwickler oberhalb der eigentlichen Interchange-Gebühr berechnen. Die Zusatzgebühr deckt die Betriebskosten des Zahlungsdienstleisters und sichert ihm den Gewinn.
Dieser Betrag ergibt sich aus einem festen Satz von Gebühren, die abhängig von den Umständen einer Transaktion zur Anwendung kommen können. Faktoren wie der Zeitpunkt des Kaufs, die verwendete Karte und ob die Transaktion automatisiert durchgeführt wurde oder nicht, spielen dabei eine Rolle. Premium-Kreditkarten sind in der Regel teurer in der Abwicklung als weniger exklusive Karten.
Die Interchange-Gebühren belaufen sich in der Regel auf 1 % bis 3 % des Gesamtbetrags der Transaktion. Außerdem enthalten sie pro Transaktion einen fixen Dollar-Betrag, der in Cent angegeben ist. Was euer Unternehmen für die einzelne Transaktion zahlt, variiert je nach Interchange-Gebühr.
Pauschalgebühr.
Bei der Abwicklung zur Pauschalgebühr wird der variable Interchange-Satz in eine einheitliche Pauschale für alle Transaktionen umgewandelt. Eine Pauschalgebühr könnte zum Beispiel 2 % des Kaufpreises plus 0,10 $ pro Transaktion betragen. Viele Unternehmen bevorzugen dieses Modell, weil die Kosten dadurch besser kalkulierbar sind und sich Umsatzprognosen leichter erstellen lassen.
Dieses Pauschalmodell eignet sich besonders für kleinere Unternehmen und Start-ups, die nicht die Ressourcen haben, für jede Transaktion einen eigenen Interchange-Satz anzuwenden. Der Nachteil ist, dass ihr im Vergleich zum Interchange-Plus-Gebührenmodell in der Regel nicht für jede Art von Debit- oder Kreditkartenzahlung, die ihr abwickelt, den bestmöglichen Gebührensatz erhaltet.
Staffelung.
Beim Staffelmodell wird pro Transaktion abhängig von der Art des Kaufs ein fester Betrag berechnet. Alle Transaktionen werden nach ihrem Risiko drei Stufen zugeordnet – qualifiziert, mittelqualifiziert oder nicht qualifiziert – und mit der entsprechenden Gebühr belegt.
Im Rahmen eines gestaffelten Zahlungsabwicklungssystems kann eine Debitkartenzahlung vor Ort im Geschäft als qualifizierte Transaktion kategorisiert werden. Dabei handelt es sich um eine sichere Transaktion, für die eine Bearbeitungsgebühr von nur 1 % des Gesamtbetrags plus 0,10 $ anfallen kann.
Eine riskantere Online-Kreditkartentransaktion könnte jedoch als nicht qualifiziert eingestuft werden. In diesem Szenario könnte eurem Unternehmen eine Gebühr von 3 % der gesamten Transaktionsgebühr plus 0,15 $ berechnet werden.
2. Habt die Gebühren im Blick.
Die Gebühren können je nach Anbieter und Art der verarbeiteten Transaktionen variieren.
Zu den Gebühren, die ihr im Auge behalten solltet, gehören Gateway-Gebühren für die Nutzung eines Payment-Gateways, Gebühren für Währungsumrechnung bei internationalen Transaktionen und Rückbuchungsgebühren, wenn Kundinnen oder Kunden eine Zahlung reklamieren. Einige Zahlungsdienstleister berechnen Pauschalgebühren, während andere einen Prozentsatz erheben.
3. Überlegt, wo ihr verkauft.
Wie und wo ihr verkauft, hat Einfluss auf die Gebühren, die für die Zahlungsabwicklung anfallen.
Wenn ihr einen physischen Laden habt, sind persönliche Transaktionen mit physischen Karten-Terminals oft mit niedrigeren Gebühren verbunden, da sie als niedrigeres Risiko gelten. Im Gegensatz dazu können bei Online-Zahlungen aufgrund des hohen Risikos von Online-Betrug und Rückbuchungen höhere Gebühren anfallen.