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ADOBE-VERBRAUCHERREPORT „KI und digitale Trends 2026“

Wie der zunehmende Einsatz von KI das Kundenverhalten verändert

Die KI ist heute ein fester Bestandteil der Customer Journey – von der Suche über den Einkauf bis hin zum Kundensupport. Im diesjährigen Verbraucherreport „KI und digitale Trends 2026“ wird aufgezeigt, wann Verbraucher KI gerne annehmen, was sie zögern lässt und wie Marken das richtige Gleichgewicht zwischen Automatisierung und Transparenz finden.

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Hier gelangt ihr zu den wichtigsten Abschnitten zum Thema „Die Kundschaft im Zeitalter der KI“.

Abschnitt 6

Wichtige Erkenntnisse

Einführung.

KI-gestützte Produkte und Dienstleistungen werden zunehmend in alltägliche digitale Erlebnisse integriert und verändern damit grundlegend die Art und Weise, wie Menschen suchen, einkaufen und Entscheidungen treffen. Von der Automatisierung von Routineaufgaben über maßgeschneiderte Empfehlungen bis hin zur Erstellung von Inhalten und sogar zur Unterstützung bei gesundheitlichen Belangen – KI bietet Kundinnen und Kunden zunehmend mehr Kontrolle und Komfort. Dabei bemerken sie bisweilen gar nicht, dass die Technologie im Hintergrund am Werk ist.

Dennoch lassen sich Kundenverhalten und Präferenzen im Zusammenhang mit KI – insbesondere bei neueren Entwicklungen wie Agent-basierter KI – nicht eindeutig klassischen demografischen Personas zuordnen: Sie variieren je nachdem, wie vertraut Einzelpersonen mit neuen Technologien sind. Unsere weltweite Umfrage unter 4.000 Kundinnen und Kunden für den Bericht „Adobe 2026 AI and Digital Trends“ lässt einen vorsichtigen Optimismus gegenüber KI erkennen. Kundinnen und Kunden schätzen die Annehmlichkeiten und die Personalisierung, die KI-gestützte Interaktionen mit Marken bieten, sind jedoch nicht bereit, die Kontrolle über ihre sensiblen Daten oder wichtige Entscheidungen abzugeben. Zugleich führen Erlebnisse, die ihr Interesse nicht innerhalb von fünf Sekunden wecken oder die sie als irreführend, unpassend oder irrelevant empfinden, zu einem raschen Rückzug. Unternehmen, die die Nuancen des Verhältnisses ihrer Kundschaft zu KI-gestützten Erlebnissen verstehen, sind besser aufgestellt, um wirklich ansprechende interaktive Erlebnisse zu gestalten.

Kundinnen und Kunden erwarten von Marken, dass diese ihnen relevante, praxisnahe, zeitlich gut abgestimmte und individuelle Botschaften und Angebote übermitteln. Erlebnisse, die diesen Erwartungen nicht gerecht werden, bergen die Gefahr eines raschen Verlusts des Kundeninteresses, wobei viele Verbrauchende sogar bereit sind, auf weniger bekannte Marken umzusteigen, wenn das Angebot überzeugt.

Eine einzige wirkungsvolle Interaktion reicht selten aus, um Kaufimpulse auszulösen. Nur 12 % der Kunden fühlen sich nach einer personalisierten Nachricht, einem Chat oder einer Empfehlung einer Marke zum Kauf bereit. Der Wendepunkt scheint bei drei bis fünf Interaktionen zu liegen, woraufhin 40 % der Verbrauchenden ihre Kaufentscheidung treffen.

Zugleich bleibt den Marken kaum Spielraum für Fehler. So geben beispielsweise 69 % der Kundinnen und Kunden an, dass Marken in einer Werbe-E-Mail, einer Anzeige oder einem Social-Media-Beitrag höchstens fünf Sekunden Zeit haben, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Ausschlaggebend für die Kundenbindung sind nicht unbedingt das Vertrauen in die Marke oder deren Bekanntheitsgrad, sondern Faktoren wie unmittelbare persönliche Relevanz, individuelle Inhalte, Aktionsangebote und Authentizität (Abbildung 1).

Abbildung 1
Relevanter und einzigartiger Content sorgt für anhaltende Kundeninteraktion
F. Welche drei Faktoren tragen am ehesten dazu bei, dass ihr der Botschaft oder dem Angebot einer Marke weiterhin Aufmerksamkeit schenkt? Sechs von acht Optionen werden angezeigt.
Grafik mit Content-Eigenschaften, die die Kundenbindung fördern

Dennoch reichen maßgeschneiderte Inhalte nicht aus, um die Kundenbindung zu sichern – eine schwierige Gratwanderung für Marken. Das richtige Tempo zu finden, ist entscheidend: Knapp die Hälfte der Verbrauchenden (45 %) gibt an, dass sie die Interaktion mit einer Marke wahrscheinlich einstellen würden, wenn sie zu viele Werbeaktionen erhalten, selbst wenn die Inhalte relevant sind. Auch der Kontext spielt eine Rolle. Die Hälfte der Kundschaft zieht sich zurück, wenn personalisierte Erlebnisse als unpassend oder irrelevant empfunden werden, und rund 40 % tun dies, wenn Werbeaktionen nicht zu ihrer aktuellen Phase im Kaufprozess oder ihrem Budget passen.

Diese Dynamik wird durch sich wandelnde Vorstellungen hinsichtlich der Markentreue noch verstärkt. Die meisten Kundinnen und Kunden betrachten das Vertrauen in eine Marke aus pragmatischer Sicht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis steht für 51 % der Kundinnen und Kunden an erster Stelle bei der Vertrauensbildung – noch vor traditionelleren Faktoren wie der Reputation der Marke, der Konsistenz des Kundenerlebnisses und den Werten. Doch Vertrauen allein sichert nicht immer die Markentreue. Lediglich 18 % geben an, ausschließlich bei Marken zu kaufen, denen sie voll und ganz vertrauen, selbst wenn komfortablere oder günstigere Alternativen zur Verfügung stehen. Der Rest ist bereit, Alternativen in Betracht zu ziehen – einschließlich Angeboten von Marken, die ihre Vertrauenskriterien nicht erfüllen –, sofern diese Angebote überzeugender sind. Marken, die sich in diesem Umfeld von der Masse abheben wollen, müssen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Preis und unverwechselbaren, personalisierten Erlebnissen herstellen, die zudem zum richtigen Zeitpunkt angeboten werden.

51 % der Verbrauchenden betrachten das Preis-Leistungs-Verhältnis als wichtigsten Faktor für Vertrauen.
Grafik zeigt: 51 % der Verbrauchenden betrachten das Preis-Leistungs-Verhältnis als wichtigsten Faktor für Vertrauen

Von Verbrauchenden durchgeführte Recherchen stellen einen wichtigen Bestandteil der Customer Journey dar, und KI beeinflusst das Kundenerlebnis heute stärker als herkömmliche Werbemethoden. Verbrauchende stützen sich bei ihren Kaufentscheidungen eher auf ihre eigenen Informationen als auf Werbeinhalte, die auf viele überfordernd oder irrelevant wirken können.

Vertrauen beim Kauf ist schwer zu gewinnen. Während etwa die Hälfte der Befragten angibt, letztendlich ein hohes Maß an Vertrauen in ihre Käufe zu haben, berichten 39 %, dass sie umfangreiche Recherchen und Preisvergleiche durchführen, ehe sie sich für ein Produkt oder eine Dienstleistung entscheiden. Dies könnte den begrenzten Einfluss von Werbeaktionen allein erklären. Nur 29 % der Verbrauchenden geben an, häufig Produkte oder Dienstleistungen zu kaufen, für die online geworben wird. Ein vergleichbarer Anteil gibt an, Käufe zu tätigen, wenn sie eine Anzeige sehen, die ihr Interesse weckt, während sie online etwas anderes tun, das nichts mit Einkaufen zu tun hat. Das bloße Volumen allein bewirkt keine Veränderung. Tatsächlich fühlen sich viele Verbrauchende (39 %) oft von der Menge an Werbeinhalten, die sie von einer einzelnen Marke erhalten, überfordert. Werbeaktionen erregen zwar kurzzeitig Aufmerksamkeit, müssen jedoch zeitnah, relevant und individuell sein, um das Interesse aufrechtzuerhalten.

39 % der Verbrauchenden fühlen sich oft überwältigt angesichts der Menge an Werbecontent, die sie von einer einzigen Marke erhalten.
Grafik zeigt: 39 % der Verbrauchenden fühlen sich oft überwältigt von der Menge an Werbecontent, die sie von einer einzigen Marke sehen

Bei der Recherche dominieren nach wie vor herkömmliche Suchmaschinen. Etwa die Hälfte der Kunden nutzt diese Plattformen als primäre Quelle, um Informationen zu recherchieren, Kaufentscheidungen zu treffen oder Empfehlungen zu finden – noch vor Kanälen wie sozialen Medien und persönlichen Empfehlungen (Abbildung 2). Doch KI-gestützte Plattformen beginnen, diesen Aspekt der Customer Journey zu verändern.

Etwa ein Viertel der Käuferschaft bezeichnet KI-gestützte Plattformen wie ChatGPT inzwischen als ihr wichtigstes Recherchetool, womit diese Newcomer beliebter geworden sind als andere Quellen, darunter Markenwebsites sowie Online-Bewertungen und -Rezensionen (Abbildung 2). Unter den Verbrauchenden, die bereits KI-gestützte Plattformen zur Recherche nutzen, ist das Vertrauen groß: 42 % geben an, dass sie sich immer oder häufig auf KI-gestützte Assistenten, Dialogplattformen oder die KI-gestützte Suche als ihre primäre Quelle für Beratung, Einkäufe oder die Lösung von Problemen verlassen.

Abbildung 2
Die herkömmliche Suche steht an erster Stelle bei der Informationsbeschaffung, doch die KI folgt dicht dahinter
F. Welche der folgenden Quellen nutzt ihr am häufigsten, wenn ihr nach Informationen sucht, Kaufentscheidungen trefft oder Empfehlungen einholt? Wählt maximal zwei aus. Sechs von acht Optionen werden angezeigt.
Grafik zu den Quellen, die Verbrauchende am häufigsten für kaufbezogene Informationen nutzen
Neben der reinen Recherche erkennen viele Verbrauchende den Nutzen von KI bei der Abwicklung routinemäßiger Interaktionen. Fast die Hälfte gibt an, KI für personalisierte Produktempfehlungen nutzen zu wollen, und 44 % würden sich bei unmittelbaren Kundendienstanfragen auf KI verlassen. Kunden ziehen KI-gestützte Interaktionen gegenüber rein menschlichen Interaktionen tendenziell vor, wenn es um Erinnerungen, Benachrichtigungen, die Beantwortung einfacher Fragen, Terminplanung und Informationsbeschaffung geht – also in Bereichen, in denen Geschwindigkeit, Komfort und Relevanz am wichtigsten sind. Individuelle und authentische KI-Inhalte kommen bei Kunden jedoch eher gut an: 70 % halten es für sehr wichtig oder mäßig wichtig, dass personalisierte Angebote und Empfehlungen „menschlich“ und nicht automatisiert oder roboterhaft wirken.

Komfort steht im Mittelpunkt der Bewertung von Markeninteraktionen durch die Kundschaft, auch dann, wenn KI zum Einsatz kommt. Mehr als die Hälfte (58 %) gibt an, dass Komfort eine große Rolle bei ihrer Bereitschaft spielt, personenbezogene Daten an eine Marke weiterzugeben, und nur etwa ein Drittel der Befragten hat größere Bedenken, ihre Daten dem KI-Agent einer Marke mitzuteilen als einer menschlichen Kontaktperson. Die Kunden sind sich der Vor- und Nachteile bewusst, die mit diesen Interaktionen verbunden sind. Etwas mehr als die Hälfte (54 %) gibt an, oft festzustellen, dass sich ihre Erfahrungen – durch bessere Angebote und relevantere Empfehlungen – verbessern, nachdem sie ihre personenbezogenen Daten an eine Marke übermittelt haben.

Insgesamt reagieren Kundinnen und Kunden positiv auf KI-gestützte Markenerlebnisse. Die Kundschaft stimmt den Aussagen, dass KI ihr Kundenerlebnis verbessere (56 % gegenüber 17 %), ihnen Geld spare (49 % gegenüber 20 %) und relevantere Empfehlungen liefere als andere Quellen (46 % gegenüber 25 %), weitaus häufiger zu als ihnen zu widersprechen.

Für die meisten überwiegen die wahrgenommenen Vorteile der KI die anhaltenden Bedenken. Etwa die Hälfte gibt an, dass ihre Markenerlebnisse mit KI stets oder häufig zu Zeitersparnissen, mehr Komfort und einem stärkeren Gefühl des Verstandenwerdens führen. Nur wenige berichten, dass sie sich regelmäßig genervt oder unwohl fühlen oder Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes haben, wenn sie mit KI-generierten Markeninhalten interagieren (Abbildung 3).

Kunden geben an, dass KI einen deutlichen Unterschied macht:

Statistik zur Kundenwahrnehmung von KI: 56 % sagen, sie verbessert das Kundenerlebnis

Verbessert das Kundenerlebnis

Statistik zur Kundenwahrnehmung von KI: 49 % sagen, sie spart Geld

Spart ihnen Geld

Statistik zur Kundenwahrnehmung von KI: 46 % sagen, sie liefert relevante Empfehlungen

Liefert relevantere Empfehlungen

Abbildung 3
Kundeninteraktionen mit KI verlaufen meist positiv
F: Wie häufig treten folgende Reaktionen oder Erfahrungen bei Ihnen auf, wenn eine Marke KI einsetzt, um Botschaften, Inhalte oder Empfehlungen für euch individuell anzupassen? Bitte wählt pro Zeile eine Antwort aus.
Grafik zu Kundenreaktionen oder -erfahrungen, wenn Marken KI zur Personalisierung von Nachrichten, Content oder Empfehlungen nutzen
Für die Käuferschaft scheint die bloße Tatsache, dass KI zum Einsatz kommt, weniger wichtig zu sein als die Frage, ob sie einen Mehrwert bietet. Fast die Hälfte (46 %) gibt an, dass sie es nicht stört, wenn eine Marke KI einsetzt, solange ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Auch wenn das Maß an Akzeptanz variiert, steht eine beträchtliche Minderheit bereits fortgeschritteneren Use Cases offen gegenüber: 39 % hätten nichts dagegen, wenn Marken KI einsetzen würden, um ihre Emotionen oder ihr Befinden für Marketingzwecke vorherzusagen.

Verbrauchende ziehen klare Grenzen hinsichtlich ihrer Akzeptanz, in welchen Bereichen KI eine Rolle spielen darf, insbesondere wenn es bei den Erfahrungen nicht mehr nur um Komfort, sondern um Datenschutz und Entscheidungsfindung geht. Die Akzeptanz ist am höchsten bei routinemäßigen, risikoarmen Anwendungen wie Live-Kundenservice, personalisierten Empfehlungen, automatisierten Routineprozessen, personalisierten Werbeaktionen und sogar maßgeschneiderten Bild- oder Videoinhalten. Dieses Vertrauen variiert jedoch stark und ist in hohem Maße situationsabhängig: Die Mehrheit bezeichnet ihr Vertrauen eher als „eher“ denn als „sehr“ groß. Die Akzeptanz sinkt deutlich, wenn KI bei sensiblen Gesundheits- oder Finanzdaten zum Einsatz kommt.

Diese Grenzen gelten auch für KI-Agents, die Aufgaben selbstständig erledigen. Hier stellt Vertrauen nach wie vor eine große Hürde dar. Jeder fünfte Kunde ist nicht bereit, einen eigenen persönlichen Agent anzulegen, und fast 40 % haben diese Idee noch nicht einmal in Betracht gezogen. Bei der Befragung zu konkreten Szenarien bevorzugen die Kunden eindeutig, dass Menschen weiterhin in den Prozess eingebunden bleiben. Während etwa die Hälfte kein Problem damit hätte, wenn ihr persönlicher Agent mit einem menschlichen Vertreter der Marke zusammenarbeiten würde, wären weitaus weniger bereit, ihren Agent mit dem KI-Agent einer Marke zusammenarbeiten zu lassen, Reisen buchen zu lassen, personenbezogene Daten weiterzugeben oder endgültige Kaufentscheidungen treffen zu lassen (Abbildung 4).

Abbildung 4
Starker Kundenwiderstand gegen hochriskante und sehr persönliche KI-Erlebnisse
F. Stellt euch vor, ihr hättet euren eigenen persönlichen Agent, der euch bei alltäglichen Aufgaben (z. B. Einkaufen, Reisebuchungen, Kundendienst) unterstützt. Wie wohl würdet ihr euch dabei fühlen, wenn euer Agent die folgenden Szenarien übernimmt? Die Antworten „Eher unwohl“ und „Sehr unwohl“ wurden mit den Antworten „Eher wohl“ und „Sehr wohl“ zusammengefasst.
Die Grafik zeigt, wie wohl sich Kunden beim Einsatz eines persönlichen KI-Agents für alltägliche Aufgaben fühlen
Ungeachtet dieser Vorbehalte sind viele Kunden neugierig auf bahnbrechende KI-Erlebnisse: 43 % wären bereit, den persönlichen KI-Concierge oder -Agent einer Marke auszuprobieren, sofern dieser Service angeboten wird. Derzeit ist die Neugier jedoch größer als die Bereitschaft, sich darauf einzulassen. Lediglich 19 % wünschen sich eine Zukunft, in der KI-Agents ihre wichtigste Schnittstelle zur Interaktion mit Marken darstellen.

Der Umgang mit Technologie prägt die Art und Weise, wie Verbrauchende KI wahrnehmen und akzeptieren. Wir haben Verbrauchende gebeten, ihre Herangehensweise bei der Einführung neuer digitaler Tools und Technologien zu beschreiben, und dabei drei Personas mit unterschiedlichen Präferenzen und Verhaltensweisen identifiziert:

Early Adopters, die 22 % der Befragten unserer Umfrage ausmachen, sind in der Regel die Ersten, die neue Tools und Technologien ausprobieren, und zeigen dabei großes Vertrauen in ihre Experimente. Zwei Drittel geben an, KI regelmäßig zu nutzen – mehr als doppelt so viele wie im Umfragedurchschnitt – und keine der befragten Personen gibt an, KI gänzlich zu meiden. Etwa ein Viertel verfügt bereits über einen eigenen KI-Agent, und etwa die Hälfte ist daran interessiert, einen solchen zu entwickeln. Diese Gruppe ist zudem weitaus zuversichtlicher hinsichtlich der Auswirkungen von KI: 73 % gehen davon aus, dass KI das Kundenerlebnis insgesamt verbessern wird, und 62 % erwarten, dass KI relevantere Empfehlungen liefert als andere Quellen.

Secondary Adopters bilden den Großteil unserer Befragten (61 %). Sie stehen neuen Technologien offen gegenüber, sofern sich diese als nützlich erweisen, ziehen es jedoch vor, zunächst abzuwarten, bis sich diese weiter verbreitet haben. Nur etwa ein Viertel gibt an, KI regelmäßig zu nutzen, während ein Drittel angibt, sie nie oder nur selten zu nutzen. Ihr Interesse an KI-Agents ist verhalten: 7 % besitzen bereits einen, und 33 % würden in Erwägung ziehen, einen zu erstellen.

Holdouts, die 17 % unserer Stichprobe darstellen, meiden neue Technologien, wann immer dies möglich ist, oder nutzen sie nur, wenn es unbedingt notwendig ist. Keiner von ihnen gibt an, KI regelmäßig zu nutzen, und die überwiegende Mehrheit lehnt die Entwicklung eines eigenen KI-Agent entweder ab (56 %) oder hat dies noch nicht in Betracht gezogen (36 %). Außerdem stehen sie dem Einsatz von KI durch Marken für alltägliche Aufgaben wie Kundenservice, Routineprozesse oder personalisierte Empfehlungen weitaus skeptischer gegenüber. Im Vergleich zu den Early Adopters ist ihre Skepsis groß. Nur 37 % der „Holdouts“ glauben, dass KI ihr Kundenerlebnis insgesamt verbessern wird, und 30 % geben an, dass KI relevantere Empfehlungen liefern wird als andere Quellen.

Dennoch äußern sich sowohl Early Adopters als auch Holdouts ähnlich häufig zurückhaltend gegenüber KI, was auf die allgemeine Komplexität hindeutet, die wir hinsichtlich des Vertrauens der Kundschaft in diese Technologie beobachten. Etwas mehr als ein Drittel beider Gruppen gibt an, dass sie Marken, die KI einsetzen, sehr kritisch gegenüberstehen oder Informationen aus KI weniger vertrauen werden.

Unterschiede im Hinblick auf die Akzeptanz stehen in Zusammenhang mit dem Vertrauen in die eigene Fähigkeit, KI-Interaktionen zu erkennen. Die meisten Verbrauchenden können nicht zuverlässig feststellen, wann eine Interaktion mit einer Marke durch KI gesteuert wird. Dies gilt insbesondere für Holdouts (Abbildung 5).

Abbildung 5
Die meisten Verbrauchenden haben Schwierigkeiten, KI in Markeninteraktionen zu identifizieren
F. Wie sehr vertraut ihr eurer eigenen Fähigkeit zu erkennen, ob eine Markeninteraktion KI beinhaltet? Bitte eine Antwort auswählen.
Die Grafik zeigt, wie sehr Verbrauchende ihrer eigenen Fähigkeit vertrauen zu erkennen, ob eine Markeninteraktion KI beinhaltet
Dieser Mangel an Vertrauen erklärt, weshalb Transparenz für alle Gruppen von Bedeutung ist. Ein Drittel aller Kundinnen und Kunden wird die Interaktion mit einer Marke beenden, wenn sie feststellen, dass die Inhalte von KI und nicht von Menschen erstellt wurden. 37 % würden sich ebenfalls davon abwenden, wenn sie erfahren, dass sie mit einer KI interagieren, obwohl sie einen Menschen erwarten. Der wichtigste Sicherheitsfaktor ist die Möglichkeit, jederzeit zu einem Menschen zu wechseln. Dieser Faktor wird höher bewertet als andere Formen der Offenlegung wie Kennzeichnungen, Datentransparenz oder Erläuterungen zur Funktionsweise der KI.

Kunden gehen das Thema KI mit einer praxisorientierten Einstellung an. Sie reagieren positiv auf KI-gestützte Markenerlebnisse, wenn diese Interaktionen relevant und zeitgemäß wirken, und wenden sich ab, wenn das nicht der Fall ist. Unsere Forschung zu Kundenerfahrungen mit KI zeigt:

  • Aufmerksamkeitsspannen beschränken sich auf wenige Sekunden. Content, der relevant, praktisch, individuell und authentisch ist, fördert Interaktionen.
  • Verbrauchende verlassen sich bei der Recherche vor dem Einkauf zunehmend auf KI-gestützte Plattformen, viele sind zudem offen für KI-gestützte Interaktionen, da diese Schnelligkeit und Komfort bieten.
  • Das Vertrauen in KI sinkt deutlich, wenn es um hochriskante Entscheidungen und sensible Informationen geht: Hier bevorzugen Kundinnen und Kunden die Einbeziehung von Menschen und Einschränkungen hinsichtlich der Autonomie der KI.
  • Die Art und Weise, wie Technologien angenommen werden, beeinflusst die Akzeptanz von KI-Erfahrungen, doch die Möglichkeit, auf einen Menschen umzuschalten, ist für alle wichtig.

Anhang 1.

Forschungsmethodik.

Im Rahmen der 16. jährlichen Studie „KI und digitale Trends “ von Adobe führte Oxford Economics in Zusammenarbeit mit Adobe weltweite Umfragen unter 3.000 Führungskräften und Fachleuten sowie 4.000 Kundinnen und Kunden durch. Ziel war es, ein besseres Verständnis dafür zu erlangen, wie Unternehmen KI nutzen, um das Interesse der Kundschaft zu wecken, Markentreue aufzubauen und CX-Workflows zu optimieren – und wie die Kundschaft auf diese Veränderungen reagiert. Die Umfragen wurden von Oktober bis November 2025 online sowie mittels computergestützter Telefonbefragungen (CATI) durchgeführt. Der vorliegende Report konzentriert sich auf die wichtigsten Erkenntnisse aus unserer Kundenumfrage.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen unserer Unternehmensumfrage findet ihr in unserem Report „KI und digitale Trends“.

Kundendemografie

  • Nordamerika: USA (25 %) und Kanada (5 %)
  • Lateinamerika: Brasilien und Mexiko (je 8 %)
  • Europa: Vereinigtes Königreich, Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland (je 6 %)
  • APAC: Indien (8 %), Australien (6 %), Neuseeland (3 %), Singapur (4 %)
  • Naher Osten: Vereinigte Arabische Emirate und Königreich Saudi-Arabien (je 3 %)

Aufschlüsselung nach Geschlecht (Global)

  • Männlich (55 %)
  • Weiblich (45 %)

Aufschlüsselung nach Alter (Global)

  • 18–24 (16 %)
  • 25–34 (28 %)
  • 35–44 (23 %)
  • 45–54 (14 %)
  • 55–64 (12 %)
  • 65 oder älter (7 %)
Hinweis: Der Gesamtwert der Prozentsätze entspricht aufgrund von Rundungen möglicherweise nicht 100 %.

Anhang 2

Wichtige Definitionen.

Für unsere Kundenumfrage haben wir die Teilnehmenden zu ihrem Komfort bei der Nutzung von Agents und der Interaktion mit KI-generierten Markenerlebnissen befragt. Hierzu erhielten sie folgende Definition von KI-Agents:

KI-Agents.

  • {KI-Agents sind eine Form künstlicher Intelligenz, die nicht nur Antworten liefern, sondern auch in eurem Auftrag handeln können. Beispielsweise könnte der KI-Agent einer Einzelhandelsmarke euch dabei helfen, die richtige Größe zu finden, eine Bestellung aufzugeben und die Lieferung im Rahmen eines Chats oder eines Sprachgesprächs zu vereinbaren, ohne dass ihr selbst auf der Website navigieren müsst. Diese KI-Agents können auch direkt mit eurem persönlichen KI-Agent zusammenarbeiten, um Aufgaben automatisch für euch zu erledigen (z. B. eine Lieferung umbuchen, Produktoptionen vergleichen, Reisen buchen oder eine Rücksendung abwickeln, indem sie mit den Systemen eines Unternehmens interagieren).

Empfehlungen für euch.

https://main--da-bacom--adobecom.aem.live/fragments/resources/cards/thank-you-collections/thought-leadership